2010 war es soweit und Martin Kaymer kürte sich zum zweiten deutschen Major-Champion nach Bernhard Langer. Wir blicken zurück auf ein dramatisches Finale in Wisconsin.

Es ist Major-Woche – Rückblicke auf vergangene Zeiten sind dabei gang und gäbe. Auch die Redaktion von 123golfsport.de schwelgt in Erinnerungen und denkt zurück an das Jahr 2010, in dem Martin Kaymer einen Meilenstein für sich und den deutschen Golfsport setzte.

Dramatisches Playoff über drei Bahnen

Als Dustin Johnson, Bubba Watson und Kaymer nach dem 72. Loch bei elf unter Par lagen, stand ein Stechen zwischen den drei Spielern fest. Doch noch bevor Johnson zum Schlag ansetzte, bekam er nachträglich zwei Strafschläge wegen eines abgesetzten Schlägers im Bunker und schied aus dem Playoff aus. Also musste Kaymer nur noch gegen Watson bestehen.

Dieser machte es ihm allerdings alles andere als leicht. Am ersten Loch gelang Kaymer nur das Par. Watson antwortete mit einem Birdie und ging mit einem Schlag in Führung. Doch Kaymer behielt die Nerven und glänzte am Putter, während sein Konkurrent zweimal puttete und damit den Gleichstand auslöste.

Am finalen 18. Loch starteten beide Spieler ohne sonderlich erfolgreichen Abschlag, denn beide Bälle landeten zunächst im Rough. Doch im Gegensatz zu Watson, der seinen Ball daraufhin auch noch im Wasserhindernis versenkte, legte Kaymer seine Kugel vor das Wasser und lochte nach drei weiteren Schlägen zum historischen Sieg ein.

Verhaltene Freude beim frischgebackenen Major-Champion

Wie verhält man sich nach dem Putt, der einen plötzlich zum Major-Champion krönt? Darauf wusste wohl auch Kaymer 2010 noch keine Antwort und so merkte man ihm die Nervosität nach dem letzten Schlag durchaus an. In anderen Worten: Der Düsseldorfer wirkte irgendwie verloren auf dem Platz.

Nachdem er seinem Caddie wie nach jedem Schlag routinemäßig den Putter in die Hand drücken wollte, riss dieser ihn in eine Umarmung, die Kaymer schüchtern erwiderte. „Ich bin eben ein normaler Typ, nicht verrückt. Der Putt war zu einfach. Wäre er so gewesen wie an der 18 auf der regulären Runde, wäre ich sicher ausgeflippt“, so der Deutsche über den Siegesmoment.

Etwas anders sah das Ganze dann auch schon bei der US Open 2014 aus, als Kaymer seinen zweiten Major-Sieg einfahren konnte: Nach dem abschließenden Putt ließ der Deutsche den Schläger fallen und lief in die Arme seines Caddies.

Der Sieg der PGA Championship ließ Kaymer unter die Top 5 der Welt klettern. Diese Zeiten scheinen derzeit allerdings der Vergangenheit anzugehören. Auf der European Tour scheiterte der heute 36-Jährige zuletzt am Cut und konnte die Generalprobe für das bevorstehende Major nicht vollkommen ausnutzen.

Foto: AFP

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