„Stay home“ und „Social Distancing“ – Kennwörter, die uns wohl noch lange begleiten und das Jahr 2020 für immer beschreiben werden. Das Corona-Virus setzte fast die ganze Welt und auch den Golfsport plötzlich außer Gefecht. Was blieb außer der Pandemie von der Saison hängen?

Monate ohne Turniere, danach keine Zuschauer zu den Events zugelassen und noch immer sind die Zahlen so hoch, dass ein baldiges Ende vorerst nicht in Aussicht ist. Auch im dritten Teil unseres Anflugs von Nostalgie vergegenwärtigen wir uns Golf-Highlights, die das merkwürdige und doch so besondere Golfjahr prägten.

Augusta: 63-jähriger Langer stärker als Favorit DeChambeau

Zu Beginn des Masters blickte die Golfwelt gespannt auf die Performance von Bryson DeChambeau. Er galt als Favorit des Major, doch schnell traf die Ernüchterung ein. Bereits der Start gestaltete sich für den US-Amerikaner holprig und das sollte sich im Laufe des Turniers auch nicht ändern.

Nach den ersten beiden Runden stand zumindest schon ein Sieger fest. Bernhard Langer schaffte als ältester Spieler aller Zeiten den Cut beim Masters und schrieb damit Golf-Geschichte. In Gruppen mit DeChambeau und Rory McIlroy ließ sich der 63jährige nicht vom Können der Konkurrenz einschüchtern und präsentierte der jungen Golfgeneration, was nach all der Zeit noch immer in ihm steckt. Am Ende lag Langer mit zwei Schlägen weniger vor dem „Golf-Hulk“ auf dem geteilten 29 Platz.

Kampf eröffnet: McIlroy gegen seinen Schläger

Eigentlich passt das ja gar nicht zusammen: Golfsport und der ungezügelte Ausdruck von Aggressionen. Der Gentlemen-Sport hat seit jeher eine strenge Etikette, die in den Anfängen sogar von übertriebenem Jubel nach gelungenen Schlägen abriet. In diesem Jahr brach es allerdings aus Rory McIlroy heraus, als er bei der ZOZO Championship nach anfänglichem Erfolg einen verpatzten Schlag nach dem nächsten notierte.

Seinen Frust ließ der Ire daraufhin an seinem Schläger aus und zerbrach diesen vor laufender Kamera. Das Golfspiel kann Spieler eben auch mal an die mentalen Grenzen führen und wenn andere Sportler ihrer Frustration Ausdruck verleihen dürfen, dann kann das heutzutage auch mal ein Golfer.

Zwölf Newcomer-Triumphe auf der European Tour

Das Golfjahr war nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie äußerst turbulent, auch einige Spieler machten 2020 erstmals mit Turniersiegen auf sich aufmerksam. Insbesondere nach der Corona-Pause legten die Spieler bei den Events los wie die Feuerwehr und zeigten, was sie sich in den Monaten des Stillstands alles angeeignet hatten.

So auch Spieler, die manch einer sicher gar nicht auf dem Schirm hatte. Ganze zwölf Spieler gewannen ihre ersten Titel in einer Saison, die allen Golfern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird:

Lukas Herbert (Omega Dubai Desert Classic)

Min Woo Lee (ISPS Handa Vic Open)

Sami Välimäki (Oman Open)

 Joël Stalter (Euram Bank Open)

Sam Horsfield (Hero Open, Celtic Classic)

Romain Langasque (ISPS HANDA Wales Open)

John Catlin (Estrella Damm N.A. Andalucia Masters, Dubai Duty Free Irish Open)

Garrick Higgo (Open de Portugal)

Callum Shinkwin (Aphrodite Hills Cyprus Open)

Robert MacIntyre (Aphrodite Hills Cyprus Showdown)

Joachim B. Hansen (Joburg Open)

Antoine Rozner (Golf in Dubai Championship)

Foto: European Tour

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