Zu Beginn seiner Karriere waren die großen Gefühlsausbrüche auf dem Golfplatz noch selten. Doch Severiano „Seve“ Ballesteros trotzte der Etikette mit spanischer Leidenschaft und sprang 1980 sogar beim Masters in Augusta in die Luft. Der aufstrebende Golfer sorgte damit stets für Furore bei dem leicht in die Jahre gekommenen Publikum.

Fünf Major-Siege, vier weitere Triumphe auf der PGA Tour und 50 Trophäen der European Tour. Als erster Europäer durfte sich Ballesteros das grüne Jackett des Masters Tournament überziehen. Das sagt viel über den Golfstar, der immer mit seinem ganz eigenen Golfspiel die Plätze der Welt eroberte.

Über die Vorliebe, das Unmögliche möglich zu machen

Den Ball mit viel Kraft in das ungünstigste Aus schlagen und daraufhin dennoch mit einem Birdie einlochen? Ballesteros machte es möglich. 1979 schlug er seinen Ball bei den British Open so weit ins Aus, dass dieser seine Reise erst auf einem Parkplatz beendete. Doch für den Top-Golfer schien dies keine große Herausforderung zu sein. Gekonnt schlug er den Ball so nah an die Fahne, dass er ihn daraufhin mit einem Birdie einlochen konnte.

Die Schläge aus den unmöglichsten Lagen wurden zum Markenzeichen des spanischen Stars. Man könnte meinen, Ballesteros suchte bei jedem Spiel eine neue, ganz eigene Herausforderung. Hatte er es dann mal wieder geschafft, einen „recovery shot“ hinzulegen, ballte er seine Fäuste oder sprang gar in die Luft für den Jubel. Zu Zeiten, in denen Golf-Legenden wie Jack Nicklaus und Arnold Palmer die internationalen Golfplätze regierten, zählte diese Art des ungezügelten Temperaments nicht unbedingt zur Etikette der Golf-Gesellschaft.

Erst später wurden expressive Jubel auf dem Golfplatz zum Standard nach gelungenen Schlägen, wozu Seve in jedem Fall einen Großteil beigetragen hat. Dass er nach jedem seiner eingelochten Bälle jubelte, rührte vielleicht auch daher, dass er selbst nicht immer mit dem besten Ausgang rechnete. Schließlich galten die Abschläge mit dem Driver nicht unbedingt als Ballesteros Stärke. Sein Mut und seine Kreativität halfen ihm dennoch jedes Mal, die verpatzten Abschläge zu kompensieren und ihm zu einem der größten Spieler der Golfszene zu machen.

Rückenprobleme zwangen ihn zum Rücktritt

Zunächst plagten den Top-Golfer Rückenschmerzen, weshalb er 2007 vom professionellen Golfsport zurücktrat. Im darauffolgenden Jahr verkündete Ballesteros seine Krebserkrankung, die er 2009 glaubte, besiegt zu haben. Drei Jahre später erlag er jedoch den Folgen des Krebs.

Seve Ballesteros zählt zu den Big Five des Golfsports. Gemeinsam mit Bernhard Langer, Nick Faldo, Sandy Lyle und Ian Woosnam prägte er den europäischen Golfsport im internationalen Geschehen. Er hinterließ Eindrücke auf dem Golfplatz und wurde mit seinem ganz eigenen Verständnis der Sportart zum unvergessenen Spieler. Die World Golf Hall of Fame ehrt Ballesteros in ihrer Ausstellung.

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.