Für den Golfanfänger – Zehn wichtige Tipps zum Start

Eine Frau vor dem Abschlag des Golfballes auf dem Green eines Golfplatzes

Ein neues Jahr bringt auch immer wieder neue Vorsätze mit sich. Warum sich nicht einmal vornehmen, mit dem Golfen anzufangen? Wir haben zehn wertvolle Tipps zusammengestellt, damit der Start in den Golfsport gelingt.

Golf ist ein schöner und gesunder Sport. Golfer bewegen sich in der Natur, lernen dabei attraktive Orte kennen. Sie gehen alleine oder in Begleitung auf den Golfplatz. Auch Anfänger sehen schnell Erfolge, wenn die ersten Bälle fliegen oder beim Putten den Weg ins Loch finden. Darüber hinaus fördert der Golfsport soziale Kontakte, vor allem wenn er in einem Golfclub ausgeübt wird. Doch um das Golferlebnis genießen zu können, bedarf es einiger Grundlagen, die Anfänger beachten sollten. 

1.) Die Platzreife

Bevor Spieler auf den Golfplatz dürfen, müssen sie bei den meisten Anlagen die sog. Platzreife nachweisen. Hierbei handelt es sich um einen Kurs, der in der Regel zwei bis drei Monate dauert. Er besteht aus Übungsstunden auf der Driving Range und aus Theorielektionen. Es gibt auch Crashkurse, die beispielsweise in fünf Tagen im Rahmen eines Golfurlaubs angeboten werden. Die Golfanfänger lernen hier die wichtigsten Golfregeln sowie die sog. Etikette kennen. Das sind Verhaltensregeln, die auf dem Platz zu beachten sind. Platzreifekurse werden zumeist von Golfclubs angeboten. Sie werben mit diesen oft kostengünstigen Lehrgängen um neue Mitglieder. Häufig schließen sich nach erfolgreicher Platzreife attraktive Einsteigerangebote an. Oft finden Spieler in diesen Schulungen neue Freundschaften, die ein ganzes Golferleben halten können.

Golfer übt seinen Golfschwung mit einem anderen Golfer
Bevor es auf den Platz geht und man sich mit anderen Golfern messen kann, gilt es die Platzreife abzulegen.

2.) Die Trainingsstunden

Nach bestandener Platzreife können sich Golfer auf dem Platz bewegen, ohne großen Schaden anzurichten. Ausgelernt haben sie dann aber noch lange nicht. Wichtig ist es nun, im wahrsten Sinne des Wortes, „am Ball zu bleiben“. Regelmäßiges Training bei einem Teaching Professional (sog. Pro), also einem Golflehrer, sollte nun folgen. Ob dieses Training innerhalb einer Gruppe oder einzeln erfolgt, bleibt jedem selbst überlassen. Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle. Für eine halbe Stunde zahlt man im Schnitt 30 bis 40 Euro im Einzeltraining. Dabei sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Man kann sich auch mit Spielern zusammentun, die etwa gleich gut sind, und die Trainingsgebühr teilen. Dann hat der Pro allerdings nicht so viel Zeit für die Bedarfe der Einzelnen. 

3.) Die Driving Range

Auch jenseits von wöchentlichen Trainingseinheiten sollten Anfänger auf den Übungsanlagen, der sog. Driving Range, regelmäßig für sich trainieren. Empfehlenswert ist es, dies nach einem Trainingsplan, den man vom Pro erhält, zu tun. Ansonsten ist das Internet voll von Trainingsvideos und Golftipps. Hier können sich Golfer auch eigene Programme zusammenstellen. Allerdings sind diese dann nicht individuell auf das eigene Können zugeschnitten. In jedem Fall sollte man gerade als Anfänger regelmäßig die Driving Range nutzen. Geübt werden können der eigene Schwung, das Schlagen langer und kurzer Bälle, das Chippen sowie das Putten. Die Beherrschung dieser Schläge ist wichtig, um sich auf dem Platz sicher zu fühlen.  

Golfer auf Driving Range
Auf der Driving Range kann man seinen Schwung verbessern, lange und kurze Schläge, aber auch das Chippen und Putten üben.

4.) Die Mentoren

Alles Üben führt letztlich zum Spielen auf dem Platz. Vom ersten Abschlag an müssen Golfanfänger eine Reihe von Anforderungen, die das Golfspiel mit sich bringt, beachten. Dabei ist es ratsam, sich einem erfahrenen Golfer anzuschließen, der bereits ein niedriges Handicap besitzt. Dieser übernimmt eine Art Aufsichtsfunktion, steht mit Ratschlägen zur Seite und achtet auf den Spielfluss. Er fungiert quasi wie ein Assistenztrainer, der die Golfanfänger kenntnisreich unterstützt. Mentoren achten auch während des Spiels auf den Schwung der Golfnovizen. Sie helfen, den passenden Schläger zu wählen sowie den Ball zu suchen, sollte dieser einmal das Fairway verlassen.

5.) Die Schläger

Zum Start in den Golfsport gehört natürlich auch das passende Material. Dabei sollte bedacht werden, dass auch der Fall eintreten kann, dass das Golfspiel gar nicht gefällt. Aus diesem Grund bietet es sich für Anfänger an, sich für die ersten Trainingsstunden Schläger auszuleihen. Ob Driver, Hölzer, Eisen oder Putter: In der Regel kann man alles beim Pro leihen. Zu Beginn benötigt man auch nicht alle Schläger. Man beginnt in der Regel mit Eisen und Putter. Die Hölzer, die schwieriger zu kontrollieren sind, kommen erst später ins Bag. In einem zweiten Schritt lässt sich nach der Platzreife ein erstes Set als Übergangslösung auf diversen Internetportalen oder in gut sortierten Golfshops gebraucht kaufen. Hier sollte man allerdings auf die Beschaffenheit der Schäfte sowie die Schlägerköpfe achten. Es eigenen sich Graphitschäfte mit hoher Biegsamkeit sowie fehlerverzeihende Köpfe. Auch die Schlägerlänge sollte zur Körpergröße passen. Wenn das Handicap purzelt, wird es Zeit, einen Schlägersatz passend zu den körperlichen und spielerischen Voraussetzungen anzuschaffen. Hierfür sollten Golfnovizen sich an einen spezialisierten Schlägerfitter wenden, der nach gründlicher Analyse passendes Material anbietet. Solche Fitter findet man entweder im Club oder in Golffachgeschäften. Der Preis für das Fitting wird in der Regel beim Schlägerkauf verrechnet.

Ein Mann nimmt sich einen Golfschläger
Die Wahl des richtigen Schlägers ist ein Garant dafür, sein Handicap zu verbessern

6.) Die Beginner-Turniere

Nach bestandener Platzreife beginnt für viele Golfer das Streben, das eigene Handicap zu verbessern. Zum Start werden die Beginner mit Platzreife in der Clubstatistik geführt. Um dieses zu unterspielen, gibt es zwei Optionen. Zum einen kann man in Begleitung eines erfahrenen Golfers eine sog. RPR (Registrierte Privat Runde) spielen. Hierbei zählt der Begleiter die benötigten Schläge und dokumentiert diese auf der Scorekarte. Im Clubsekretariat wird dann anhand des erreichten Scores das neue Handicap errechnet. Die zweite Variante ist die geselligere von beiden. Golfclubs bieten speziell für Beginner organisierte Turniere an. An diesen können Neugolfer in der Regel bis zu einem Handicap von 36 teilnehmen. Sie spielen dann in einem Flight zusammen mit anderen Golfneulingen und einem Tiger, der die Einhaltung der Golfregeln und die korrekte Zählung garantiert. Beim geselligen Beisammensein nach der Golfrunde kann man das Spiel nochmal Revue passieren lassen.

7.) Das eigene Spiel

Golfanfänger entwickeln durch Training, Tipps des Pros und Mentorenrunden mit der Zeit eine eigene Art des Golfens. Wie sie schwingen, den Ball schlagen oder putten, ist individuell. Versuchte man früher, den Neulingen den perfekten Schlag beizubringen, optimiert man heute meistens den persönlichen Schwung. Dabei werden die körperlichen Voraussetzungen jedes Einzelnen in den Vordergrund gestellt. Dieses Vorgehen verhindert, dass sich Beginner die Schläge von Profis oder guten Spielern des Clubs als Vorbild nehmen. Vielmehr sollten sich Golfspieler frühzeitig ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst werden. Gerade zu Beginn ist es ratsam, auf Zauberschläge zu verzichten. Diese funktionieren in den seltensten Fällen. Zum Beispiel lieber das Grün in der Mitte anspielen, als die Fahne hinter einem Bunker oder Wasserhindernis anzugreifen. So hält man seine Punkte zusammen und spielt erfolgreicher, als wenn man einen risikoreichen Schlag seines Lieblingsprofis versucht.

Golferin und Golfer stehen auf dem Grün nachdem sie eingelocht haben
Auf Mentorenrunden kann man seine eigene Art zu golfen verbessern und sich den einen oder anderen Rat vom Profi einholen.

8.) Das Coursemanagement

Eng verbunden mit dem eigenen Spiel ist das sog. Coursemanagement. Hierbei geht es darum, seine Schläge auf die Herausforderungen der Golfanlage anzupassen. Spielt man seinen Heimatplatz, wird dies im Laufe der Zeit zwangsläufig geschehen. Es stellt sich eine Routine ein, die hilft, die passenden Schläge zu planen und auszuführen. Auf einem neuen Golfplatz ist dies anders. Hier muss man sich mit dem Platzlayout beschäftigen, um sein eigenes Spiel erfolgreich zu planen.

9.) Die mentale Stärke

Ein Trend der letzten Jahre ist die Betonung der mentalen Stärke im Golfspiel. Nur konzentrierte und fokussierte Spieler sind in der Lage, gute Ergebnisse zu erzielen. Für viele Amateurgolfer ist das Golfspiel Mittel zum Zweck. Sie entspannen beim Spiel, indem sie ihre Gedanken auf das Spiel lenken und so die Themen des Alltags ausblenden. Wenn dies gelingt, wirkt sich das positiv auf den Score aus. Man sollte nur einen Golfschwung auf dem Platz ausführen, wenn man nicht durch andere Gedanken abgelenkt ist. Das erfordert natürlich Übung und Routine und wird nicht bei der ersten Golfrunde gelingen. Aber mit der Zeit werden auch Golfanfänger diese positiven Effekte erreichen.

10.) Die Freude am Spiel

Alle diese Tipps sollen helfen, leicht in den Golfsport zu finden. Doch jenseits aller Technik- und Schwunggedanken muss die Freude am Spiel immer im Vordergrund stehen. Die gesellige Golfrunde mit Freunden, das sportliche Erlebnis in der Natur und die Erholung von Sorgen und Anforderungen des Alltags sollten immer über dem sportlichen Ehrgeiz stehen und das Golfspiel zu einem ganzheitlichen Erlebnis machen.

Bilder: Adobestock

Weitere Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/

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