Zu wenig Privatsphäre für Profigolfer? DeChambeau legt sich mit Kameramann an

Zu wenig Privatsphäre für Profigolfer? DeChambeau legt sich mit Kameramann an

Die Freude über Bryson DeChambeaus Sieg auf der Rocket Mortgage Classic wurde leicht getrübt durch einen unschönen Zusammenstoß mit einem Kameramann. Der muskelbepackte Golfprofi beschwerte sich, er sei zu lange gefilmt und in seiner Privatsphäre eingeschränkt worden. Er beklagte mangelnden Respekt gegenüber Golfern. Hat er Recht?

Nachdem DeChambeau einen Bunkerschuss auf das siebte Loch buchstäblich in den Sand setzte, brachte er seine Frustration mit einem Wutausbruch zum Ausdruck. Dabei fühlte sich der Spieler offensichtlich von einem Kameramann so stark beobachtet, dass er diesen prompt zur Rede stellte.

DeChambeau fordert mehr Privatsphäre

Nach dem Sieg erklärte der 26-jährige, dass ihm die nötige Privatsphäre fehle. Den Spielern müsse erlaubt sein, ihrer Frustration freien Lauf zu lassen, ohne dass dies gleich viral gehe. Für diesen von ihm angeprangerten Missstand im Profigolfsport nahm er die PGA in die Pflicht. Der Verband müsse die Golfer besser schützen, betonte DeChambeau im Interview mit der Detroit Free Press.

Doch lässt sich die Medienproduktion so leicht kontrollieren? Mit Blick auf die Grundsätze der Pressefreiheit darf dies bezweifelt werden. Profisportler stehen als Personen der Öffentlichkeit stets im Rampenlicht, insbesondere im Rahmen von Turnieren. Dass dort die Zündschnur des ein oder anderen Spielers gelegentlich kürzer ist, ist wohl verständlich. Profisportler müssen dennoch jederzeit damit rechnen, dass Kameras auf sie gerichtet sind.

Emotionen während eines Turniers sind schwer zu kontrollieren. Wenn die Angst um das eigene Image jedoch so groß ist, sollte DeChambeau zukünftig auf Wutausbrüche verzichten. Letztendlich hat er sich durch die Konfrontation des Kamermanns selbst deutlich stärker in die Schlagzeilen katapultiert, als dies die harmlosen Aufnahmen seines Wutschreis zu leisten vermocht hätten.

Medien noch relevanter in Corona-Zeiten

Seit der Corona-Pandemie hat mediale Berichterstattung einen noch höheren Stellenwert. Das betrifft auch den Profisport: Live-Übertragungen und Videos sind zu unverzichtbaren Quellen geworden. Fans der Profigolfer möchten auf diese Weise das Gefühl bekommen, dabei zu sein. Auch die Spieler profitieren davon. Ihre Fans dürfen seit dem Restart bei den Turnieren nicht vor Ort zuschauen. Sie fiebern ausschließlich online mit ihnen mit.

Liebhaber des Golfsports wünschen sich eine authentische Übertragung des Turniergeschehens. Dazu gehören neben der Freude gelungene Treffer auch die Frustration über verpfuschte. Über solch grundlegende Mechanismen seines Berufes sollte Bryson DeChambeau vielleicht noch einmal nachdenken und tief durchatmen, selbst wenn er sich in einzelnen Situationen einmal bedrängt fühlt.

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