Dimples – Welche Rolle spielen die Einkerbungen auf dem Golfball?

Nahaufnahme einer Hand, die einen Golfball hält

Golf ist eine Sportart, die nicht nur körperliche Kraft, sondern auch Technik erfordert. Eines der wichtigsten Elemente beim Golf ist der Ball, insbesondere die Einkerbungen auf dem Golfball. Diese sogenannten Dimples sind kleine Dellen auf der Oberfläche des Golfballs, die eine große Rolle beim Flug des Balls spielen. In diesem Artikel werden wir uns genauer mit Dimples beim Golfball und deren Einfluss auf den Flug des Balls befassen.

Was machen die Einkerbungen beim Golfball?

Golfbälle haben kleine, meist runde Einkerbungen auf ihrer Oberfläche. Pro Ball gibt es in der Regel zwischen 300 und 450 dieser Vertiefungen. Sie sind strategisch platziert, um den Luftstrom um den Ball herum zu verbessern und den Widerstand zu verringern. Je nach Marke und Modell können sie unterschiedliche Größen, Formen und Tiefen haben. Hersteller experimentieren laufend mit neuen Variationen und entwickeln ihre Bälle stetig weiter. 

Wie beeinflussen Dimples den Flug des Golfballs?

Werden Golfbälle ohne Einkerbungen in die Luft geschlagen, fliegen sie nicht sehr weit. Das liegt daran, dass die glatte Oberfläche der Bälle den Luftstrom um sie herum stört und so einen höheren Luftwiderstand erzeugt. Die Flugeigenschaften von glatten Golfbällen sind deutlich schlechter. Erst durch die Einkerbungen kann der Luftstrom um den Ball herum geordneter und effizienter werden, was zu einem geringeren Luftwiderstand und somit zu einem weiteren Flug führt. Die Flugbahn wird stabiler, die Geschwindigkeit des Abschlags bleibt länger erhalten und der Spieler hat mehr Kontrolle über den Ballflug.  

Die im Durchschnitt zwischen 300 bis 450 Dimples wirken wie eine Art Schutzschild, der den Luftstrom um den Golfball herum beeinflusst. Durch die erzeugten Verwirbelungen wird der Druck auf der Oberfläche reduziert, was dazu führt, dass der Ball schneller und weiter fliegt. Wenn der Ball richtig getroffen wird, können die Dimples dazu beitragen, dass der Ball in der Luft bleibt und eben dadurch zwangsläufig auch weiter fliegt.

Ein Golfball im Flug
(Foto: Kentannenbaum46 / Adobe Stock)

Der zusätzliche Effekt von Dimples besteht darin, dass der Golfer den Ballspin beeinflussen kann. So kann der Spieler gezielt die Richtung beeinflussen und den Ball in einer Kurve zum Ziel fliegen lassen. Die meisten Spieler haben eine bevorzugte Flugkurve, die sie gezielt ansteuern können, um zum Beispiel ein Hindernis zu umfliegen oder aus einem günstigeren Winkel das Grün anzuspielen.

Zwar hat auch der restliche Aufbau des Golfballs, von Außenschicht bis hin zum Kern, einen insgesamt wichtigen Einfluss auf die Möglichkeit, gezielte Kurven anzusteuern. Durch die stabilisierende Wirkung ist jedoch die Gestaltung der Außenhülle der entscheidenste Faktor.  

Welche weiteren Faktoren beeinflussen den Flug der Bälle?

Es gibt mehrere Faktoren, die die Wirkung von Dimples auf den Golfballflug beeinflussen. Einer der wichtigsten ist die Größe und Form. Größere und tiefere Einkerbungen können den Luftstrom um den Ball herum stärker beeinflussen und somit zu einem geringeren Luftwiderstand und einem stabileren Flug führen. Der Golfer schlägt den Ball weiter. 

Auch die Anzahl und Platzierung hilft, dass der Spieler den Golfball dazu bringt, weiter zu fliegen. Eine höhere Anzahl von Dimples kann zu einem effizienteren Luftstrom um den Ball herum führen, was zu einem besseren Flug führt. Die Platzierung der Dimples kann auch einen Einfluss auf den Spin des Balls haben, was dazu führt, dass er in der Luft bleibt und weiter fliegt.

Nahaufnahme eines Golfballs und eines Schlägerkopfes, im Hintergrund ein großer Kaktus
(Foto: JJava / Adobe Stock)

Zusätzlich können auch Faktoren wie die Härte von Golfbällen, die Temperatur und der Wind die Wirkung auf den Golfballflug beeinflussen. Ein weicher Golfball kann zum Beispiel dazu führen, dass die Dimples tiefer in die Oberfläche eindringen und somit den Luftstrom um den Ball herum stärker beeinflussen. Eine höhere Temperatur kann den Luftdruck um den Ball herum verringern und somit zu einem geringeren Luftwiderstand führen, während ein stärkerer Wind den Flug beeinflussen und dazu führen kann, dass er in eine andere Richtung abdriftet.

Die Hersteller experimentieren laufend mit veränderten Formen und Tiefen. Es gibt runde, fünfeckige, sechseckige, größere und kleinere Einkerbungen. Die Verteilung der Dimples auf dem Golfball ist ein eigenes Forschungsfeld für die meisten Anbieter. Seit Jahren unangefochtene Nummer 1 auf dem Markt, also quasi „König der Dellen“ ist Titleist. Deren Premiummodelle Pro V1 und Pro V1x werden von der überwältigen Zahl der Profigolfer gespielt, sowohl im Männer- wie auch im Damenbereich. Gleiches gilt für die weltweit stärksten Amateurspieler, die ebenfalls auf die High-End-Bälle von Titleist setzen.

Ist die Ballwahl für Amateure egal?

Grundsätzlich ist es erst einmal wichtig zu akzeptieren, dass nicht alle Golfbälle gleich sind. Verschiedene Golfballmarken und -modelle weisen unterschiedliche Designs und damit auch unterschiedliche Eigenschaften auf. Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, verschiedene Golfbälle auszuprobieren. Nur so kann ein Spieler herausfinden, welcher Ball am besten zum eigenen Spielstil passt und welches Design am meisten hilft.

Eine pauschal gültige Lösung „das ist der beste für alle“ gibt es nicht. Die wichtigste Empfehlung für Amateure lautet allerdings, zumindest immer das gleiche Modell zu spielen, um ein einheitliches Ballverhalten sicherzustellen. 

Titelbild: Creative Digital Art / Adobe Stock

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