Hideki Matsuyama feierte am vergangenen Sonntag als erster Japaner den Sieg beim Masters Tournament in Augusta und setzte bereits in den Jahren zuvor Zeichen für den japanischen Golfsport.

Er ist in aller Munde: Hideki Matsuyama gewann am vergangenen Sonntag das US Masters 2021, womit wohl die wenigsten gerechnet hatten. Noch nie zuvor konnte sich ein japanischer Spieler bei einem Major-Turnier die Krone aufsetzen oder – wie in diesem Fall – das grüne Jackett überstreifen.

Umso interessanter ist es, einmal auf die Karriere des frischgebackenen Masters-Champions und seine bisherigen Erfolge zurückzublicken, die nun in Augusta ihren vorläufigen Höhepunkt fanden. Bereits in den vergangenen Jahren – seit seinem Eintritt in die PGA Tour 2014 – konnte er Masters-Luft im Augusta National Golf Club schnuppern und sicherte sich dort 2015 mit dem fünften Rang seine bis dato beste Platzierung.

Erster japanischer Amateur beim US Masters

Gestern schrieb er Geschichte, vor zehn Jahren tat er dasselbe. Als erster japanischer Amateur qualifizierte er sich für das Masters und ging mit den Golf-Größen auf die Bahn. Dort überzeugte er und ihm gelang als einziger Nicht-Profi der Cut, was ihm den Sieg des Silver Cup für den Amateur mit dem niedrigsten Ergebnis einbrachte.

Nach zahlreichen Erfolgen als Amateur-Golfer in seiner japanischen Heimat wechselte Matsuyama 2014 zu der PGA Tour und bewies, dass dies die richtige Entscheidung war. Bei sieben Starts konnte er sich in seinem ersten Jahr sechsmal in den Top 25 positionieren und einen Namen in der internationalen Golf-Szene machen.

Während seiner bisherigen Karriere erspielte der Japaner sich – abgesehen von seinem diesjährigen Masters-Sieg – fünf weitere PGA-Tour-Titel. Nach seiner Titelverteidigung bei der Waste Management Phoenix Open 2017 war sein Name an zweiter Stelle auf der Golf-Weltrangliste zu lesen. Noch nie zuvor stand ein japanischer Golfer so weit oben auf der Liste, in der die Namen der besten Spieler der Welt eingetragen sind. Als japanischer Golfer hat Matsuyama es also bereits jetzt so weit gebracht und so viel für den Sport in seinem Heimatland getan, wie kein anderer vor ihm.

Schwung mit Wiedererkennungswert

Einen besonderen Wiedererkennungswert hat Matsuyama allerdings nicht nur dank seiner herausragenden Leistungen. Sein Schwung hebt sich ebenfalls vom Rest der Spieler ab. Seine Ruhe, die ihm unter anderem zum Sieg des Masters verhalf, zeichnet sich auch in seiner Schwungtechnik ab.

Kurz vor dem Abschwung pausiert Matsuyama für den Bruchteil einer Sekunde, was bereits vor einigen Jahren in der Golf-Welt diskutiert wurde. Der Masters-Champion erklärt seine Technik damit, dass er versuche, oben so langsam wie möglich zu sein. Scheint jedenfalls zu klappen!

Privates bleibt privat

Ebenfalls erfolgreich ist Matsuyama in der Aufrechterhaltung seiner Privatsphäre. Dass 2017 mit seiner Hochzeit und der Geburt seiner Tochter gleich zwei einschneidende Ereignisse in seinem Leben stattfanden, erfuhr die Golf-Welt erst Monate später. „Mich hat bisher noch niemand nach meiner Familie gefragt“, antwortete der Japaner auf die Frage, warum niemand davon wusste.

Auch in den Interviews nach seinem Sieg in Augusta zeigte sich Matsuyama etwas wortkarg. Vielleicht ist es auch gerade das, was zum Erfolg des 29-Jährigen beiträgt: Sein Fokus auf das Spiel und gute Leistungen auf dem Kurs. Das Privatleben mit der Öffentlichkeit zu teilen, überlässt er anderen.

Foto: Getty

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