Am vergangenen Mittwoch stürmten hunderte Trump-Anhänger das Kapitol in Washington, um gegen die in ihren Augen manipulierten Wahlergebnisse zu protestieren. Nur wenige Stunden nach den Ausschreitungen ließen sich am Donnerstagmorgen Gary Player und Annika Sorenstam mit der Presidential Medal of Freedom von Trump auszeichnen und sorgten damit vielerorts für Kritik.

„Wir lieben euch, ihr seid sehr besonders“, so Trump in seinen Lobeshymnen an den Mob, der am Mittwoch gewalttätig in das Kongressgebäude einbrach und nicht zu stoppen war. Vier Menschen mussten ihr Leben lassen, die Szenen schockierten die Welt in der ersten Woche des Jahres. Sorenstam und Player entschlossen sich dennoch, die Ehrung anzunehmen.

Verleihung einer Ehren-Medaille erscheint nach den Ausschreitungen paradox

Die Presidential Medal of Freedom zeichnet Menschen aus, die „einen besonders verdienstvollen Beitrag zur Sicherheit oder zu den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten, zum Weltfrieden, zu kulturellen oder anderen bedeutenden öffentlichen oder privaten Bestrebungen“ leisten. Angesichts der Geschehnisse in Washington D.C. und der aufwiegelnden Worte Donald Trumps scheint die Auszeichnung durch den Präsidenten just zu diesem Zeitpunkt durchaus kontrovers.

Eine entsprechende Reaktion aus der Sportwelt folgte prompt. Die Golfweek kritisierte die beiden Hall of Fame Golfer scharf: „Sie nahmen bereitwillig eine Auszeichnung von Trump entgegen und wurden einen Tag, nachdem seine Worte und Handlungen einen der beschämendsten Vorfälle in der Geschichte der USA ausgelöst hatten, mit ihm gesehen.“

Selbst Players Sohn riet seinem Vater wohl zu einer Ablehnung oder zumindest Verschiebung der Zeremonie, was dieser offensichtlich ebenfalls ignorierte. Sorenstams politischer Standpunkt wurde bereits in der Vergangenheit deutlich, als sie Trumps gescheitertes Wiederwahlangebot befürwortete und Jack Nicklaus‘ unterstützende Worte für den Präsidenten in den Tagen vor der Wahl via Twitter zitierte. Dass sie als Golf-Stars eine tragende Rolle in der Entwicklung der Sportart tragen, dürfte beiden klar sein. Umso mehr trifft diese Reaktion die Golfwelt. Eine Welt, die noch immer mit Vorurteilen kämpft und dafür, dass der Sport zugänglicher für Frauen und People of Color wird.

Foto: AFP

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