Black Lives Matter – Über Rassismus und Diskriminierung im Golfsport

Black Lives Matter – Über Rassismus und Diskriminierung im Golfsport

„Black Lives Matter“ geht von den USA um die ganze Welt und wird auch in der Welt des Sports allgemein sowie des Golfsports im speziellen aufgegriffen. Nach der Tötung von George Floyd wird die Kritik auch an US-Präsident Donald Trump größer. Derweil setzen viele Sportler, aber auch Verbände, Zeichen der Solidarität mit der Protestbewegung sowie gegen Ausgrenzung und Gewalt. In großen Teilen der Golfwelt wird eine Debatte um Rassismus und Diskriminierung längst geführt. Vergegenwärtigt man sich den unschönen Teil in der Geschichte des „Gentlemen’s Game“, ist und bleibt dies auch notwendig.

Der Golfsport war lange Zeit ein Privileg für die weiße, männliche Oberschicht, das ist unstrittig. Im Jahr 1990 sprachen der damals 14jährige Tiger Woods und sein Vater Earl in einem Interview mit Golfing World offen über Rassismus. Tiger galt damals bereits als kommender Superstar. Dennoch spüre er in vielen Golfclubs nach wie vor eindeutige Ressentiments. „Ihre Blicke sagen: Du gehörst hier nicht her“, so Tiger Woods und nannte dabei explizit „Bundesstaaten wie Texas oder Florida, wo früher Sklaverei stattfand“.

Die Welt bereit für einen nicht-weißen Golfstar?

Sein Vater Earl Woods, der ihm als pensionierter Oberstleutnant der United States Army Zugang zu Golfplätzen ermöglichte, gab sich schon damals relativ optimistisch: „Die Welt ist bereit, für einen nicht-weißen Golfer, der erfolgreich ist“. 30 Jahre später gibt es neben Tiger Woods mit Harold Varner III lediglich einen Afroamerikaner mit voller Spielberechtigung auf der PGA Tour.

Der Golfsport hat also noch einen langen Weg vor sich. Das Portal „Golfpunk“ hat eine Top Ten der kontroversersten Golfclubs erstellt. Das Wort „kontrovers“ ist dabei noch euphemistisch gewählt, denn die Bilanz ist erschütternd. Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus sind in einigen renommierten Golfclubs in den USA, England oder Neuseeland noch an der Tagesordnung.

PGA-Chef Jay Monahan
Die Welt trauert um George Floyd
PGA gedenkt George Floyd

Manchmal bedarf es erst einer Katastrophe, damit sich alltägliche Missstände ändern. Die PGA jedenfalls hat die aktuellen Geschehnisse aufgegriffen und zumindest symbolisch reagiert. So wurde der erste Turniertag der Charles Schwab Challenge, mit der sich die größte Golftour der Welt aus der Corona-Pause zurückmeldete, um 08:46 Uhr unterbrochen. 8:46 Minuten war die Dauer, die der Polizist Derek Chauvin kniend auf dem Hals von George Floyd verharrt hatte, bevor dieser starb.

Außerdem nahm PGA-Chef Jay Monahan (Foto: Tom Pennington / Getty Images) Stellung zu den Geschehnissen und gedachte im Gespräch mit dem einzigen afroamerikanischen Turnierteilnehmer Harold Varner III den Opfern von Polizeigewalt. Einige Golfer haben sich via Social Media persönlich geäußert. 123Golfsport.de listet diese bewusst nicht auf, da Sportler, die dies nicht taten, nicht stigmatisiert werden sollen. Viel wichtiger erscheint es, dass sich die Überreste viel zu lang verankerter diskriminierender Strukturen langfristig auflösen.

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