Dänische Heimsieg-Premiere: Rasmus Højgaard nutzt das Favoritenstraucheln

Ein Golfer klatscht mit Zuschauern ab

Trotz einer bärenstarken Schlussrunde schien Rasmus Højgaard beim Made in HimmerLand keine realistische Siegchance mehr zu haben, doch auf der Zielgeraden ging sämtlichen Titelkandidaten plötzlich die Luft aus. Zu seiner eigenen Überraschung fand sich der Lokalmatador im Stechen gegen Nacho Elvira wieder, das er am sechsten Extraloch für sich entschied. Erstmals überhaupt gewann ein Däne damit ein Turnier der DP World Tour auf heimischem Boden.

Dabei hatten lange nicht die Gastgeber, sondern die Schotten das Geschehen bestimmt. Nach drei Runden lag ein Trio in Lauerstellung hinter Spitzenreiter Elvira, der mit einem Zwischenergebnis von 13 unter Par ins Finale ging. Robert MacIntyre hatte als erster Verfolger einen Schlag Rückstand. Richie Ramsay folgte auf dem dritten und Marc Warren auf dem geteilten vierten Rang. Ihre Landsmänner Sandy Scott und Grant Forrest sorgten jeweils mit einem Hole-in-one auf der kurzen 16 für zwei Höhepunkte des Sonntags.

Weil Elvira eine durchwachsene Schlussrunde ablieferte, konnte MacIntyre zunächst mit drei Birdies auf der Front Nine an ihm vorbeiziehen. Doch nach dem Turn ging es für die schottische Nummer eins bergab. Auf der 13 misslang sowohl der Abschlag als auch der folgende Versuch, den Ball ohne Drop aus dem hüfthohen Gras zu befördern. Das Resultat war ein bitteres Triple Bogey. Mit einem Schlagverlust auf der 15 verabschiedete sich MacIntyre dann endgültig aus dem Titelrennen. Aber auch Elvira unterlief auf beiden Bahnen jeweils ein Bogey. Deshalb führte nun Ramsay, dem zwei Birdies auf der 14 und 16 gelungen waren.

Zweimal Drama auf der 18

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Højgaard schon länger mit einem Gesamtergebnis von −13 im Clubhaus. Mit einer überzeugenden 64 auf dem Par-70-Kurs hatte sich der junge Däne nach oben gespielt, doch jetzt konnte er nur noch auf weitere Fehler der Konkurrenz hoffen.

Die Chancen auf einen Heimsieg schwanden, als sich Elvira mit zwei aufeinanderfolgenden Birdies auf der 16 und 17 zurückmeldete. Er und Ramsay lagen nun gleichauf bei −14. Nun ging es auf die 18 – ein schwieriges Par-4-Loch. Zuerst war der Schotte im vorletzten Flight an der Reihe, dann der Spanier im letzten. Doch beiden versagten die Nerven: Nachdem Ramsays zweiter Schlag im Wasser landete, fiel er mit einem Double Bogey hinter Højgaard zurück. Elvira hatte ebenfalls Schwierigkeiten und schaffte nur ein Bogey.

Und noch sechsmal Drama auf der 18

Mit sechs Schlägen Rückstand auf Elvira war Højgaard ursprünglich ins Finale gegangen – nun standen sich beide im Playoff gegenüber. Dieses wurde ausschließlich auf der 18 ausgetragen. Zunächst hinterließ der Lokalmatador den etwas besseren Eindruck, doch der entscheidende Nadelstich wollte ihm nicht gelingen. Am fünften Extraloch musste er sich dann selbst mit einem langen Putt aus höchster Not retten.

Die Entscheidung fiel am sechsten Extraloch: Nachdem Elvira mit seinem Abschlag im hohen Gras gelandet war, konnte er seinen zweiten Schlag nicht mehr kontrollieren und der Ball flog ins Aus. Der nötige Drop verschaffte Højgaard den entscheidenden Vorteil. Mit dem gelochten Par-Putt gewann er sein viertes Turnier auf der DP World Tour – und schon sein drittes im Stechen.

Für den 22-Jährigen war es natürlich ein ganz besonderer Moment. In den Anfangsjahren des Events hatte er selbst noch zu den Fans gehört. Nun feierte er hier als erster Däne überhaupt den ersehnten Heimsieg.

Für Elvira gab es immerhin einen Trostpreis: Im Rahmen der Open Qualifying Series erhielt er eine Startberechtigung für das letzte Major des Jahres. Die anderen beiden Plätze gingen an Warren und Kalle Samooja auf dem geteilten vierten Rang.

Zwei Deutsche und ein neuer Rekordhalter gleichauf

Und was war sonst noch? Matthew Southgate stand nach drei Runden bei Even Par, stellte dann aber mit einer 61 am Sonntag den neuen Platzrekord auf. Ein Bogey auf der 18 verhinderte sogar einen noch niedrigeren Score. Am Ende teilte er sich den zehnten Rang unter anderem mit Marcel Siem und Freddy Schott, die damit das beste deutsche Ergebnis einfuhren.

Foto: AFP

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