Ehre, wem Ehre gebührt: Die LPGA Tour hat jetzt neue Teilnahme-Regelungen zugunsten von Turniersiegerinnen beschlossen. Nach dem Chaos um Sophia Popovs Spielberechtigung würden einige sie wohl als „Popov-Regeln“ bezeichnen.

In einer Zusammenkunft beschlossen die Verantwortlichen gemeinsam neue Regeln, die ab sofort in Kraft treten, damit es Spielerinnen nicht noch einmal so ergeht wie Popov. In der vergangenen Saison konnte die Deutsche bei der AIG Women’s British Open ihren ersten Major-Sieg einfahren. Überschattet wurde dieser glorreiche Erfolg jedoch von einer Unklarheit, was die Spielberechtigung der 28-Jährigen betraf.

Denn zum Zeitpunkt ihres Triumphes war die Golferin kein Mitglied der LPGA Tour, da sie kurz vorher aufgrund schwacher Leistungen ihren Status verlor und auf der Symetra Tour spielte. Die Verantwortlichen beschlossen nun, dass ein Nicht-Mitglied der LPGA Tour – irrelevant, ob es vorher bereits auf der LPGA Tour spielte oder nicht – im Fall eines Major-Siegs eine fünfjährige Spielberechtigung bekommt. Damit erhöhte das Komitee die Berechtigung um drei Jahre.

Punkte und Geld für jeden Sieg

Was sicherlich ebenfalls auf die schlechte Erfahrung von Popov zurückgeht, ist die neue Regelung, dass die Golferinnen bei jedem Sieg Preisgeld und Punkte erhalten, sofern sie die Mitgliedschaft annehmen. Nach ihrem Major-Triumph nahm Popov die Einladung zur Rückkehr auf die LPGA Tour an. Punkte für die Glanzleistung wurden allerdings nie auf ihrem Konto verbucht und die Spielerin musste mitten in der Saison bei Null anfangen. 

Da sie bis zum Ende des Jahres keinen Sieg mehr feierte, reichte ihre Punktzahl nicht für die Qualifikation für die ANA Inspiration aus und auch das Saisonfinale bei der CME Group Tour Championship verpasste die Deutsche wegen der alten Regelung. Und damit nicht genug: Eine Woche nach ihrem Major-Erfolg durfte die Spielerin nicht auf der LPGA Tour aufteen, obwohl der Platz traditionell für den Vorwochen-Sieger bestimmt ist.

Auch diese Regelung warfen die Verantwortlichen über Bord und nun können auch Nicht-Mitglieder nach einem Turniersieg am darauffolgenden Wettbewerb teilnehmen. Popov war im vergangenen Jahr nicht die Einzige, der die alten Regelungen nicht in die Karten spielten. A Lim Kim gewann als Amateurin die US Women’s Open im Dezember und qualifizierte sich somit ebenfalls nicht für das abschließende Finale. Die neuen Regelungen kommen künftigen Nicht-Mitgliedern der LPGA Tour zugute, für Kim und Popov ändert sich retrospektiv allerdings nichts und sie haben mit ihren Major-Siegen vorläufig keine fünf- sondern eine zweijährige Spielberechtigung.

Foto: AFP

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