Happy Pride Month! Der Juni ist der Monat der LGBTQI+-Bewegung und auch auf den internationalen Golfsport-Touren setzen Spieler und Spielerinnen Statements. Wie sehr ist die Thematik bereits in der Golfwelt angekommen?

Der Juni ist internationaler Monat für die Pride-Bewegung. Stolz, Selbstbewusstsein und Toleranz werden großgeschrieben. Einigen ist das Coming-Out bereits gelungen, andere wagen den Schritt aufgrund gesellschaftlicher Grenzen und Hürden nicht. Immer mehr Organisationen, Projekte und Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, setzen sich für die Rechte der Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen ein und kämpfen damit gegen Ausgrenzung, Kriminalisierung und Stigmatisierung.

Mel Reid setzt ein Zeichen

Und auch Golfer und Golferinnen versuchen, die Pride-Bewegung immer stärker in der Sportart zu verankern. In Trainingsrunden der US Women’s Open, die am kommenden Wochenende stattfindet, setzte LPGA-Spielerin Mel Reid nun ein Zeichen. Sie trug eine Cap mit dem Pride-Logo des Software-Entwicklers „PEGA“. Dass das bunte Logo derart offensichtlich in der Golfwelt platziert und präsentiert wird, ist bislang extrem selten.

Laut eigenen Angaben habe die Golferin mit dem Unternehmen nun einen Sponsoren und Partner gefunden, der ihre Leidenschaft teilt, Diversität und Inklusion zu fördern. „Es geht im Prinzip um Inklusion. Ich bin lesbisch, aber es geht nicht nur darum, sondern um Inklusion in jeglicher Hinsicht – um mehr Diversität“, so die Golferin über ihre Intention.

Auch PGA-Tour-Spieler Marc Leishman arbeitet mit PEGA zusammen. „Marc Leishman und Mel Reid sind die idealen Partner, um die Botschaft an Unternehmen und Menschen auf der ganzen Welt weiterzugeben“, so Marketing-Chef Tom Libretto. Reid ist außerdem Botschafterin der Organisation Athlete Ally, die sich für die Bildung von Sportgemeinschaften einsetzt. Damit wollen die Verantwortlichen sich für die Gleichstellung von LGBTQI+ einsetzen.

2018: Das erste Coming-Out auf der PGA Tour

Sowohl auf der European Tour als auch auf der PGA Tour schlagen bei jedem Turnier zahlreiche Golfer ab und in jedem Jahr sichern sich weitere Spieler die Tour-Karte. Von mehr als tausend professionellen Golfern hat bislang nur ein Spieler sein Coming Out gefeiert. Im Vergleich zu den LPGA-Spielerinnen, von denen sich bereits mehrere Spielerinnen der LGBTQI+-Community angehörend bekannt haben, erscheint diese Zahl doch sehr gering. 2018 wagte Tadd Fujikawa den Schritt und gab als erster Profi-Golfer seine Homosexualität bekannt.

„Ich kann den Tag kaum erwarten, an dem wir alle frei leben können, ohne uns anders oder ausgeschlossen zu fühlen“, schrieb der US-Amerikaner damals in einem Beitrag in den sozialen Medien. Mit seinem Coming Out verfolgt der auf Hawaii geborene Spieler verschiedene Ziele: Er möchte die LGBTQI+-Community mehr in den Golfsport integrieren, eine Inspiration sein und bei dem ein oder anderen vielleicht sogar etwas bewegen.

Dass Homophobie im Golfsport keinen Platz hat, bewiesen die Reaktionen auf Justin Thomas Ausrutscher beim Tournament of Champions im Januar. Während der dritten Runde platzte es nach einem verpatzten Schlag aus dem Golfer raus: „Faggot!“, was mit „Schwuchtel“ zu übersetzen ist. Daraufhin gab das US-amerikanische Modeunternehmen Ralph Lauren bekannt, dass es als Ausrüstungssponsor von Thomas distanziere und die Zusammenarbeit mit dem Golfer beende.

„Wir sind entmutigt durch die jüngsten Worte von Herrn Thomas, die völlig unvereinbar mit unseren Werten sind. Während wir anerkennen, dass er sich entschuldigt hat und die Schwere seiner Worte einräumt, ist er dennoch ein bezahlter Botschafter unserer Marke und seine Handlungen stehen im Widerspruch zu der integrativen Kultur, die wir vermitteln wollen“, so das Unternehmen in einer Erklärung.

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