AT&T Pebble Beach Pro-Am: Auf zu neuen Ufern

Siebtes Grün Pebble Beach mit Blick auf Pazifik

Weil die PGA Tour ihr berühmtes Pro-Am zu einem Signature Event gemacht hat, ist diesmal im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben einiges anders. Zuallererst: Deutlich weniger Teilnehmer spielen um deutlich mehr Preisgeld. Das führt dazu, dass sich zahlreiche Topspieler blicken lassen, die das Turnier sonst gemieden haben.

Auch beim zweiten Signature Event der Saison wird wieder ein stolzes Preisgeld von insgesamt 20 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Der Sieger erhält davon wie üblich 3,6 Millionen und außerdem 700 FedExCup-Punkte. Das Feld ist auf 80 Profis limitiert, denen vier Runden garantiert sind, weil es keinen Cut gibt. Im Vergleich zur letzten Ausgabe wurde die Teilnehmerzahl damit ungefähr halbiert.

Unter diesen Voraussetzungen gibt sich erstmals auch Scottie Scheffler die Ehre. Der Weltranglistenerste ist einer von mehreren Topspielern, die diesmal ihr Turnierdebüt feiern. Weitere große Namen sind Hideki Matsuyama und Collin Morikawa. Auch für einige Youngster ist es die Premiere. Die beiden europäischen Ryder-Cup-Teilnehmer Ludvig Åberg und Nicolai Højgaard sind zum ersten Mal dabei. Das Gleiche gilt für Tom Kim und Nick Dunlap, der sich nach seinem Sensationssieg bei The American Express für den Wechsel ins Profilager entschieden hat.

Allgemein war die Qualität des Feldes in der langen Turniergeschichte wohl noch nie so hoch. Aus den Top 30 der Weltrangliste gehen 27 Vertreter an den Start. Darunter ist auch der amtierende FedExCup-Champion Viktor Hovland. Für Rory McIlroy ist das AT&T Pebble Beach Pro-Am sein persönlicher Saisonauftakt auf der PGA Tour. Der Weltranglistenzweite war bei seiner bislang einzigen Teilnahme im Jahr 2018 am Cut gescheitert.

Es wird spannend, ob bei diesem Aufgebot der erste Favoritensieg des Jahres herauskommt. Bislang war die junge Saison von Überraschungen geprägt. Vor Dunlap hatte bereits Grayson Murray die Sony Open in Hawaii gewonnen. Bei The Sentry, dem ersten Signature Event, triumphierte Chris Kirk.

Am vergangenen Wochenende hätte sich Stephan Jäger beinahe ebenfalls in die Liste der unerwarteten Sieger eingetragen, doch bei der Farmers Insurance Open gelang das letztlich Matthieu Pavon. Trotzdem scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis bei dem Deutschen der Knoten platzt. In Pebble Beach ist er einer von zwei Profis aus der DACH-Region. Bei dem anderen handelt es sich um den Österreicher Sepp Straka, der erstmals seit seiner einzigen Teilnahme im Jahr 2019 wieder mitwirkt.

Weniger Amateure dabei

Wie immer bildet jeder der 80 Profis ein Team mit einem der 80 Amateure – auch deren Anzahl hat sich natürlich halbiert. Um dem neuen Status des Turniers Rechnung zu tragen, wurden weitere Veränderungen vorgenommen. Das Wochenende ist nun allein den Profis vorbehalten. Die Amateure spielen also lediglich zwei Runden am Donnerstag und am Freitag.

Außerdem wurde bei der Zulassung der Amateure offenbar auf niedrige Handicaps geachtet. Stammgäste wie der Schauspieler Bill Murray fehlen diesmal. Stattdessen ist die NFL besonders stark repräsentiert. Neben den aktiven Quarterbacks Josh Allen und Aaron Rodgers gehen auch die ehemaligen American-Football-Spieler Tom Brady, Larry Fitzgerald, Alex Smith und Steve Young ins Rennen. Zu den prominentesten Hobbyspielern in Pebble Beach gehören außerdem die spanische Basketball-Legende Pau Gasol und die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice.

Weniger Austragungsplätze nötig

Durch die Veränderungen ist auch die Notwendigkeit für drei Austragungsplätze weggefallen. Im Vergleich zur letzten Ausgabe bleibt deshalb der Shores Course im Monterey Peninsula Country Club außen vor. Zunächst spielen die Teams je eine Runde auf dem Spyglass Hill Golf Course und Pebble Beach Golf Links. Ausschließlich auf Letzterem führen die Profis dann am Wochenende die Entscheidung herbei.

Die beiden Par-72-Plätze sind ungefähr gleich lang: Pebble Beach misst 6.972 Yards (6.375 Meter), Spyglass Hill 7.041 Yards (6.438 Meter). Der größte Unterschied ist wohl der ausgeprägte Baumbewuchs auf Spyglass Hill. Der Kurs spielt sich zwar häufig etwas schwerer als Pebble Beach, doch die Bäume schirmen die Spieler teilweise vor dem Wind ab. Auf dem ikonischen Links-Platz sind die Teilnehmer dagegen dem Wetter schutzlos ausgeliefert. In Kombination mit den kleinen Grüns ergibt sich die größte Herausforderung, wenn es im Finale um Millionen geht.

Bild: Getty

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