Per Einladung erhielt Brian Morris einen Startplatz bei der Bermuda Championship am vergangenen Wochenende. Trotz des verpassten Cuts galt dem Lokalmatador der größte Applaus im Port Royal Golf Club. Seine Geschichte sorgte bereits im Vorfeld des Turniers für Gänsehaut.

Krebs im Endstadium lautete Brian Morris‘ Diagnose vor zwei Jahren. Der Head-Pro kämpft seitdem mit chemotherapeutischer Behandlung gegen den bösartigen Hirntumor an, der bereits in den Magen und die Speiseröhre gestreut hatte. Sechs Monate gaben die Ärzte dem Golfer damals, doch seit der Diagnose schlägt sich der Golfer tapfer und gibt die Hoffnung nicht auf.

Lautstarke Unterstützung von Familie und Freunden

„Ich hätte einfach akzeptieren können, dass ich in sechs Monaten sterbe. Ich hätte auch einfach herumliegen können. Aber hier bin ich. Ich stehe jeden Tag auf und bin dankbar dafür“, so Morris im Vorfeld der Bermuda Championship. Der 53-Jährige arbeitet als Golflehrer auf den Bermudainseln und träumte schon immer von einer Teilnahme an einem PGA-Turnier.

Dieser Traum ging nun in Erfüllung, als die Veranstalter von der bewegenden Geschichte des Head-Pro hörten und den Lokalmatador daraufhin zu dem Turnier in den Port Royal Golf Club einluden. Nach zwei Runden war zwar Schluss und Morris verpasste den Cut, doch der Applaus der Zuschauer – unter denen sich auch die Familie und Freunde des US-Amerikaners befanden – bescherte ihm ein Siegesgefühl.

Ein Gewinner ist der Head-Pro allemal. Freunde und Familienmitglieder reisten in „Team Morris“-Shirts mit dem Songtitel-Aufdruck „One Love“ von Bob Marley auf die Bermudainseln. „Ich weiß nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde. Deswegen bedeute es mir sehr viel“, zeigte Morris sich gerührt vom zahlreichen Erscheinen seiner Angehörigen.

Auch bei den anderen Teilnehmern sorgte die Geschichte für Gänsehaut. „Ich war den Tränen nahe. Es ist ein Moment, den ich niemals vergessen werden. Es öffnet einem die Augen, dass das Golfspiel nur ein kleiner Teil des Lebens ist“, zeigt sich Sahith Theegala nach der Bermuda Championship von der Situation gerührt.

Für Morris hat das Golfen nach der Diagnose noch mehr an Bedeutung gewonnen. Mit der Teilnahme will der Golflehrer anderen Erkrankten Mut machen und die Vorzüge des Golfsports aufzeigen. „Wenn man gesagt bekommt, dass man stirbt, denkt man jeden Tag daran. Aber sobald ich Golf spiele, denke ich nur daran, den Zwei-Meter-Putt nicht zu verschieben“, verleiht Morris seiner Liebe zum Golfsport Ausdruck.

Titelbild: AFP

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