Solch eine Weihe hat wohl kaum ein Golfer vor Tiger Woods erhalten: Der US-amerikanische Radiomoderator John Ziegler erhob den Golf-Star im Jahr 2000 kurzerhand zum Messias, um es neun Jahre später zu widerrufen.

„Ich glaube, dass mehr Beweise dafürsprechen, dass Tiger Woods Gott ist als im Fall Jesus Christus.“, so der damals arbeitslose Radiomoderator über die Ikone. Und so entschloss sich Ziegler den Golfer mit einem Geschenk der besonderen Art in den Himmel zu loben: Er gründete „The First Church of Tiger Woods“. Pfarrer dieser Einrichtung? Selbstverständlich Ziegler selbst. Und damit nicht genug.

Ziegler nahm seine sich eigens auferlegte Aufgabe äußerst ernst und versah die Online-Kirche gleich noch mit den „Zehn Geboten des Tigers“, wie beispielsweise dem fünften („Du sollst nicht fragen, warum Tiger nicht jede Woche gewinnt“) oder dem neunten („Du sollst nicht des Tigers Spiel begehren“). Der Golf-Star nahm es mit Humor und nahm sich vor, der Kirche im Internet einen Besuch abzustatten. Doch mit der Zeit änderte sich Woods Fassade und 2009 zog Ziegler die Reißleine.

“The Damnation of Tiger Woods”

Auf seiner Internetseite verkündete der Pfarrer damals mit klaren Worten: „Tiger Woods hat es mir mit seiner schweren persönlichen Sünde leider sehr leicht gemacht, mich von ihm abzuwenden. Er ist meiner ganz besonderen Art der Bewunderung nicht länger würdig.“ Dem konnte wohl kaum jemand etwas entgegnen, fiel Woods mit den Jahren doch immer negativer in den Medien auf.

Trotz der Ehe zu Elin Nordegren gerieten immer mehr Gerüchte um Affären an die Oberfläche, gegen die sich der Golf-Star vehement zu wehren versuchte und die ihn immer mehr in ein negatives Licht rückten. Ziegler zumindest sah keinen anderen Ausweg, als gegen das von ihm aufgestellte Zehnte Gebot Woods-Kirche zu verstoßen: „Du sollst scheinbaren Mängeln des Tigers keine Aufmerksamkeit schenken.“ Aus „The First Church of Tiger Woods“ wurde 2009 kurzerhand „The Damnation of Tiger Woods”.

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