Top Ten: Die besten Golfspieler der Geschichte

Drei gealterte Golfer nebeneinander

In seiner langen Geschichte hat der Golfsport eine Vielzahl hochtalentierter Spieler hervorgebracht. Aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen während ihrer aktiven Zeit ist ein Vergleich schwierig und immer auch ein Stück weit subjektiv. Natürlich zählt die maximale Leistungsfähigkeit auf dem Höhepunkt der Karriere, aber auch die Konstanz über eine längere Phase, die Größe der Titelsammlung und das Abschneiden bei den wichtigsten Turnieren.

Wie schwer es ist, den Kreis auf zehn Golfer einzugrenzen, wird durch die Qualität der Spieler verdeutlicht, die den Cut nur knapp verpasst haben. Gene Sarazen hat beispielsweise in den Dreißigerjahren den Grand Slam geschafft – also alle vier Majors mindestens einmal gewonnen. Später konnte Byron Nelson 52 Siege auf der PGA Tour sammeln und Tom Watson acht Majors für sich entscheiden. Beide belegen damit bis heute den sechsten Rang in der jeweiligen Bestenliste. Trotzdem hat es nicht ganz für die folgende Top Ten gereicht.

10. Bobby Jones

Hinter dem ersten Namen steht direkt das größte Fragezeichen, denn Jones war ein Amateur, der seine Laufbahn bereits mit 28 Jahren beendete. Bis dahin hatte er jedoch den Golfsport dominiert und einen einzigartigen Grand Slam geschafft: Im Jahr 1930 gewann er die U.S. Amateur, die U.S. Open, The Open und The Amateur – die vier Majors der damaligen Zeit. Das Masters konnte der US-Amerikaner während seiner kurzen Glanzzeit noch nicht gewinnen, denn er musste den Augusta National Golf Club nach seinem Rücktritt zuerst gründen. Wenn Jones länger aktiv gewesen wäre, würde der Ausnahmespieler diese Liste vielleicht anführen.

9. Bernhard Langer

Zugegeben: Langers Name taucht nur selten auf, wenn über die besten Golfer aller Zeiten diskutiert wird. Dabei waren seine 42 Siege auf der European Tour schon ein starkes Argument – die zweitmeisten in der Geschichte. Zweimal durfte er sich beim Masters das grüne Jacket überstreifen. Spätestens seit seinen Leistungen bei den Senioren gehört der Deutsche jedoch in diese Top Ten. 46 Siege auf der PGA Tour Champions, davon zwölf Majors – beides unerreicht. Seit über vier Jahrzehnten steht Langer für sportliche Exzellenz.

Bernhard Langer küsst die Trophäe der U.S. Senior Open 2023

8. Severiano Ballesteros

Natürlich darf auch der charismatische Spanier in dieser Aufzählung nicht fehlen. „Seve“ ist der einzige Golfer mit noch mehr Siegen auf der European Tour als Langer. Zwischen 1976 und 1995 hat er dort 50 Turniere gewonnen, darunter dreimal The Open Championship und zweimal das Masters. Hinzu kommen seine fünf Siege als Spieler und Kapitän beim Ryder Cup, der ohne sein Wirken sicherlich nicht das prestigeträchtige Turnier von heute wäre. Seine Fähigkeit, sich aus jeder misslichen Lage befreien zu können, ist legendär. Aus all diesen Gründen gilt er als bester europäischer Golfer aller Zeiten.

Severiano Ballesteros schaut seinem abgeschlagenen Ball hinterher

7. Arnold Palmer

Der „King“ war der erste Golf-Superstar im Zeitalter des Fernsehens. Sein Aufstieg in den Fünfzigerjahren markiert deshalb eine Zäsur in der Geschichte des Sports. Doch Palmer war nicht nur populär, sondern auch überaus erfolgreich. Seine 62 Siege auf der PGA Tour sind die fünftmeisten aller Zeiten. Sieben davon feierte der US-Amerikaner bei Majors – diese Ausbeute wurde bislang nur von sechs Spielern übertroffen.

Arnold Palmer beim Abschlag eines Balles

6. Gary Player

Parallel zu Palmer eroberte ein Südafrikaner die Golfwelt im Sturm. Es heißt, Player habe insgesamt 165 Profi-Turniere auf sechs Kontinenten gewonnen – einzig in Antarktika blieb er mangels Möglichkeiten sieglos. Besonders erfolgreich war der „Black Knight“ bei den Majors. Als einer von insgesamt fünf Spielern und als einziger Nicht-Amerikaner hat er den modernen Grand Slam geschafft. Mit insgesamt neun Major-Titeln teilt er sich den vierten Platz in der ewigen Bestenliste mit Ben Hogan.

5. Walter Hagen

Dass der US-Amerikaner keinen Grand Slam geschafft hat, lag wohl nur daran, dass es das Masters während seiner Hochphase noch nicht gab. Zwischen 1914 und 1929 gewann Hagen nämlich bei den anderen drei Majors insgesamt elfmal. Er ist damit einer von nur drei Spielern, die auf eine zweistellige Anzahl kommen. Besonders beeindruckend wirkt seine Bilanz, wenn man bedenkt, dass in jener Zeitspanne aufgrund des Ersten Weltkrieges nur 37 Majors ausgetragen wurden und Hagen rund 30 Prozent davon für sich entschied. Hinzu kommen übrigens noch fünf Siege bei der Western Open, die damals ähnlich prestigeträchtig wie ein Major war.

4. Sam Snead

Über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten gewann der US-Amerikaner 82 Turniere auf der PGA Tour. Bis heute hält er damit den Rekord, den Tiger Woods zwar einstellen, aber nicht brechen konnte. Seinen ersten Sieg fuhr Snead im Jahr 1936 ein, seinen letzten 1965. Dazwischen triumphierte „The Slammer“ bei sieben Majors – ohne den Zweiten Weltkrieg wären es vermutlich noch mehr geworden. Sein Schwung gilt bis heute als einer der schönsten, die die Golfwelt je gesehen hat.

3. Ben Hogan

Auch die Karriere von Hogan wurde durch den Zweiten Weltkrieg ausgebremst. Erst danach konnte der Mitt­drei­ßi­ger seine ersten drei Majors gewinnen. Doch im Jahr 1949 hing plötzlich nicht nur seine Laufbahn, sondern sein Leben am seidenen Faden, als er bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Den schlechten Prognosen zum Trotz kämpfte sich „The Hawk“ mit Fleiß und Disziplin zurück auf den Golfplatz. Sein folgendes Comeback mit dem Sieg bei der U.S. Open 1950 gehört zu den beeindruckendsten der Sportgeschichte. Den Höhepunkt seines Schaffens erreichte der US-Amerikaner, als er im Jahr 1953 das Masters, die U.S. Open sowie The Open gewann – und damit seinen Grand Slam komplettierte. Mit insgesamt 64 Titeln auf der PGA Tour und neun Majors belegt Hogan jeweils den vierten Rang in der ewigen Bestenliste. Sein Trainingseifer und sein Golfschwung sind bis heute legendär.

Eine Bronze Statur von einem Golfspieler der einen Golfschläger schwingt

2. Tiger Woods

Insgesamt 683 Wochen, also über 13 Jahre lang, stand Woods an der Spitze der Weltrangliste – einsamer Rekord und Beleg seiner außergewöhnlichen Dominanz. Zwischen 1997 und 2008 gewann der Modellathlet 14 Majors. Den letzten dieser Siege feierte er bei der U.S. Open 2008 mit einem Kreuzbandriss und einer Stressfraktur im Schienbein. Damit hatte der US-Amerikaner im Alter von 32 Jahren jedes Major mindestens dreimal gewonnen – das war zuvor nur Jack Nicklaus gelungen. Doch in der Folge wurde Woods von Verletzungen und privaten Skandalen zurückgeworfen. Dass er fast elf Jahre später beim Masters 2019 tatsächlich seinen 15. Major-Titel holte, glich einer Auferstehung. Insgesamt kommt er auf den geteilten Bestwert von 82 Siegen auf der PGA Tour.

Tiger Woods jubelt vor seinen Fans bei der US Open 2008

1. Jack Nicklaus

Nur ein Golfer hat noch mehr Major-Titel als Tiger: Zwischen 1962 und 1986 holte Nicklaus 18 Siege und komplettierte ebenfalls den dreifachen Grand Slam. Seine Konstanz bei Majors ist beispiellos: Der US-Amerikaner wurde zusätzlich 19-mal Zweiter und landete insgesamt 73-mal in den Top Ten. Bei den Höhepunkten im Turnierkalender rief „The Golden Bear“ regelmäßig seine besten Leistungen ab – und das über ein Vierteljahrhundert hinweg. Dass er mit 73 Siegen auf der PGA Tour den dritten Rang hinter Snead und Woods belegt, ändert deshalb nichts daran, dass er der beste Golfspieler der Geschichte ist.

Jack Nicklaus gratuliert Jon Rahm zum Sieg und gibt ihm dabei die Hand.

Fotos: AFP

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