Der Putter im Golf

Putter Odyssey White Hot OG 2 Ball 2021 mit Aussparung

Er ist in der Regel der kürzeste Schläger im Bag und der am häufigsten genutzte: Der Putter. Dieser Golfschläger wurde speziell entwickelt, um den Ball auf dem Grün ins Loch zu befördern. Sein kurzer Schaft und ein flacher Kopf sorgen dabei für Präzision und Kontrolle beim Stroke.

Die meisten Putterköpfe haben keinen Neigungswinkel (Loft) oder nur einen sehr geringen. Dies sorgt dafür, dass der Ball flach über das Grün rollt. Die Köpfe können entweder schmal sein (Blade) oder halbmondförmig (Mallet). Auch Zwischenstufen gibt es (Half – Mallet). Das Gewicht ist so ausbalanciert, dass es die Schwungbahn stabilisiert. Damit wird das kontrollierte Putten erleichtert. Moderne Schläger haben spezielle Technologien in den Köpfen verbaut, die fehlerverzeihend wirken. Auch nicht perfekt getroffene Bälle können so zu brauchbaren Ergebnissen führen. Der Griff des Putters ist in der Regel etwas dicker als der anderer Schläger.

Ein älterer Herr schlägt bei Sonnenuntergang einen Putter.
(Foto: Adobe Stock)

Der Schaft des Putters ist zumeist der kürzeste im Bag. Die meisten Golfer spielen einen Putter mit einer Länge von 33 bis 35 Zoll. Speziell verlängerte Schäfte und Griffe werden von einigen Golfspielern genutzt, um mehr Kontrolle beim Putt zu haben. Die Länge des Schaftes des am häufigsten verwendeten Belly-Putter ist 43 Zoll, die des sog. Broomstick Putter gar 48 Zoll.

Verlängerte Griffe führen zu Kontroversen

Bryson DeChambeau legt beispielsweise seinen verlängerten Puttergriff beim Putten an den linken Arm. Bernhard Langer und Marcel Siem greifen den Putter mit der linken Hand oben ans Ende um den Schläger zu stabilisieren. Langer war seinerzeit Opfer des sog. Yps geworden. Dabei handelt es sich um ein unkontrollierbares Muskelzucken der Handgelenke beim Putten, das den Putt ins Loch erschwert. Langer legte sich daraufhin einen verlängerten Putter zu und stabilisierte das Ende mit der linken Hand an die Brust.

Bryson Dechambeau starrt auf den Boden
Bryson DeChambeau (Foto: Getty)

Diese Technik führte immer wieder zu Kontroversen auf der Tour. 2016 trafen dann die Regelhüter des Royal & Ancient Golf Club im schottischen St. Andrews und des US-Golfverband USGA eine Entscheidung: Die langen Stile sowie die Grifftechnik blieben erlaubt, solange die linke Hand nicht den Körper berührte. Auch das Einklemmen des Schaftes unter dem Kinn, wie es manche Pros praktizierten, wurde verboten. Bernhard Langer blieb seinem Putter treu und modifizierte die Grifftechnik regelkonform.

Innovationen ab dem 20. Jahrhundert

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert brachte eine Reihe an Schlägerneuentwicklungen mit sich. Grund dafür war ein allgemeiner Aufschwung im Golfsport. In England und Amerika vervielfachte sich die Zahl der Golfspieler und der Golfclubs. Das führte zwangsläufig zu einer erhöhten Nachfrage an Spielmaterial.

Auch die Entwicklung der Putter trat in eine neue Phase ein. Vor 1890 hatten sich die Golfer noch gegen den Einsatz von Metall Puttern gewehrt und spielte nahezu ausschließlich Putter aus Holz. Der berühmte Schlägerbauer Hugh Philp aus St. Andrews formte Putter nach dem Vorbild der bereits verbreiteten „Long Nose Hölzer“ aus Buchenholz. Nun wurden diese Putter modifiziert und durch die Verwendung von Metall dünnere Schlägerköpfe entwickelt. Die sog. Blade – Putter galten bislang als uneffektiv und unschön. Nun sah man die Vorteile des modifizierten Schlägers: Dieser konnte zum einen maschinell produziert und mit denselben Eigenschaften vielfach gebaut werden.

Ein Golfball und ein Golfschläger namens Putter
(Foto: Olaf Genth)

Zum anderen gab es durch den Einsatz von Metall mehr Möglichkeiten der Gewichtsverteilung. Manche Schlägerhersteller nahmen noch die hölzernen Vorbilder und produzierten sie nun aus Metall. Einer dieser Clubmaker war William Mills aus Sunderland, England, der einen Putter aus Aluminium erfand. Dieser sog. Mills-Ray Putter war zwischen 1912 bis Mitte der 30’er Jahre der Verkaufsschlager. Das Material ermöglichte ein weicheres, unmittelbares Feedback gegenüber den Puttern aus Eisen und Stahl, was zu gefühlvolleren Putts führte. Namengebend war Ted Ray, ein berühmter Spieler der damaligen Zeit, dem es gelang, sowohl die Britischen als auch die Amerikanischen Open zu gewinnen.

Beliebte Putter-Hersteller

Den aktuellen Putter Markt dominieren vor allem Hersteller aus den USA. Der bekannteste ist sicherlich Odyssey. Die Firma aus Carlsbad in Kalifornien (USA) gehört mit den Marken Callaway, TopFlite und Ben Hogan zu einem Herstellerkonzern. 1990 brachte Odyssey den ersten Putter auf den Markt und revolutionierte damit diesen Golfschläger. Die Kalifornier konstruierten einen Mallet Putter, der aus einem besonderen Kunststoff geformt war. Der Kopf der sog. Stronomic Putter von Odyssey war leichter und elastischer als die üblichen Modelle davor. Dadurch wurden die Schläge weicher empfunden. Somit eroberte das Unternehmen eine Spitzenposition am Puttermarkt und verkaufte die meisten Schläger weltweit. Der zweite große Verkaufsschlager von Odyssey waren die Putter mit dem sog. Rossie Design. Schlägerköpfe mit dem Double Balls oder Seven Shapes Design sind bis heute weltweit gefragte Modelle. 

Spider Serie von Taylormade hat Legendenstatus

Neben Odyssey produziert auch Taylormade beliebte Putter. Eine große Anhängerschaft hat die sog. Spider Serie, die in der Golfwelt quasi schon Legendenstatus erreicht hat. Die charakteristische Kopfform des Spider Putter hat einen hohen Wiedererkennungswert. Taylormade hat in diesen Golfschläger innovative Techniken und Materialien verbaut. So weist der Spider Putter eine hohe Fehlerverzeihung und eine ausgewogene Gewichtsverteilung auf. Beides wichtige Faktoren, die Spielern aller Klassen gefühlvolle Schläge ermöglicht. Für Golfer und Golferinnen, die klassische Formen bevorzugen, hat Taylormade die sog. Reserve Serie entwickelt. Diese Blade Putter bestechen durch klare, geometrische Formen und scharfkantigen Konturen, die das Ausrichten des Balls vor dem Stroke erleichtern.

Putter Odyssey White Hot OG 2 Ball 2021 mit Gewicht
Odyssey Putter (Foto: Checkpoint Golf)

Neben Taylormade und Odyssey vertreibt das Familienunternehmen von Scotty Cameron hochwertige Putter. Bereits in den 60’er Jahren begann der namengebende Chef der Firma zusammen mit seinem Vater in der eigenen Garage Putter zu entwerfen. Die Golfschläger mussten ein klares Design haben, das Golfer und Golferinnen auch emotional ansprechen sollte. Scotty Cameron entwickelt inzwischen in seinem südkalifornischen Putter Studio Golfschläger, die echte Handwerkskunst repräsentieren. Seine milled Putter werden weltweit geschätzt. Die High-performed Schläger bestechen durch innovative Herstellungstechniken und qualitätvollen Materialien. Somit gehören die milled Putter von Scotty Cameron ebenso wie die Double Balls und Seven Shape Putter von Rossie Design Odyssey sowie die Spider Schläger von Taylormade zu den beliebtesten Puttern auf dem Markt.

Titelbild: Checkpoint Golf

Weitere Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/

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