Bei den Olympischen Spielen in Tokio konnte sich Xander Schauffele gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen und Gold für die USA holen. Er lebt damit nach zahlreichen Zweitplatzierungen nicht nur seinen Traum, sondern auch den seines Vaters.

Es ist der bislang größte Erfolg seiner Karriere: Xander Schauffele ließ sich am vergangenen Wochenende nach einem spannenden Finale die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen um den Hals hängen. Bereits am zweiten Tag spielte sich der US-Amerikaner auf den ersten Rang.

Die Finalrunde startete er mit einem Schlag Vorsprung auf Lokalmatador Hideki Matsuyama, der sich nach dem grünen Jackett am liebsten auch die Goldmedaille in seinem Heimatland geholt hätte. Doch nach der ersten Hälfte des letzten Spieltags stand Schauffele schon fast als Sieger der Spiele fest, als er sich einen komfortablen Vorsprung von drei Schlägen auf die Konkurrenz erarbeitet hatte.

Zu dem Zeitpunkt rechnete allerdings niemand mit Rory Sabbatini, der loslegte wie die Feuerwehr und am Ende des Tages mit einem Eagle, zehn Birdies und zwei Bogeys ins Clubhaus ging. Die 61er Runde des Südafrikaners, der seit 2019 aufgrund der Ehe mit einer Slowakin für die Slowakei antritt, ist ein neuer olympischer Rekord und sorgt dafür, dass die Golfwelt den Spieler nun sicherlich wieder auf dem Schirm hat. 2011 feierte Sabbatini seinen letzten von insgesamt sechs PGA-Tour-Siegen.

Schauffele widmet Medaille seinem Vater

Durch die famose Runde Sabbatinis musste Schauffele seinen Vorsprung sowie die Führung vorerst aufgeben. Dank eines Birdie auf der 17. Bahn konnte er sich allerdings wieder an die Spitze des Leaderboard spielen und blieb dort bis zum Abschluss des Turniers. Mit 18 unter Par und nur einem Schlag weniger als Sabbatini holte sich Schauffele seine erste olympische Goldmedaille.

Nach Justin Rose ist er erst der zweite Spieler, dem diese Ehre nach der Rückkehr des Golfsports zu den Olympischen Spielen 2016 zuteilwird. Für den 27-Jährigen war der Sieg ein ganz besonderer Moment. Nicht nur konnte er sich nach sechs Top-5-Platzierungen bei den Majors und zahlreichen Zweitplatzierungen bei der prestigeträchtigsten Sportveranstaltung der Welt die Krone aufsetzen. Er feierte damit auch einen emotionalen Familiensieg.

Sein Vater Stefan Schauffele hatte im Alter von 20 Jahren als Zehnkämpfer ebenfalls Ambitionen auf eine olympische Medaille. Als er bei einem fremdverschuldeten Autounfall allerdings einseitig sein Augenlicht verlor, fand seine Karriere ein Ende. Schauffele Senior widmete sich dem Golfsport und steckte als Schwungtrainer seinen Ehrgeiz in seinen Sohn Alexander Victor – so der vollständige Name des Golfers.

Am vergangenen Wochenende wurde somit also auch ein Traum für seinen Vater wahr. Dass er die Spiele ausgerechnet in Japan gewinnen sollte, schweißt ihn nun sicherlich noch mehr mit dem Land zusammen, aus dem seine Mutter stammt und in dem seine Großeltern leben. 

Deutsche Spieler in den Top 50

Matsuyama hätte diesen Erfolg als einziger Japaner im Feld sicherlich gerne gefeiert. Am Ende reichte es für den vierten Rang, den er sich unter anderem mit Collin Morikawa und Rory McIlroy teilt. Die Bronzemedaille sicherte sich C.T. Pan aus Taiwan mit 15 unter Par.

Mit der Tabellenspitze hatten die deutschen Spieler über die gesamte Dauer des olympischen Turniers nichts zu tun. Hurly Long (T35) spielte am Finaltag mit 67 Schlägen seine beste Runde des Turniers, die nach der Meinung des Bundestrainers Ulli Eckhardt sein wahres Potenzial gezeigt habe. Ganz anders klingt das allerdings hinsichtlich Max Kieffers Olympia-Leistung, der sich in der Endwertung auf dem geteilten 45. Platz wiederfindet: „Max hat sich defintiv unter Wert verkauft. Er hat im Lauf der Woche zu viele Schläge liegengelassen und kann mit der Platzierung nicht zufrieden sein.“

Positiver fällt die Bilanz für den Sportdirektor des Deutschen Golfverbandes Marcus Neumann aus, der die beiden Spieler in den höchsten Tönen lobt: „Hurly und Max können sehr stolz auf sich und ihre Leistungen sein. […] Ich bin sicher, sie werden diese intensiven Tage auf einem der besten Plätze der Welt nie vergessen. Denn sie sind jetzt für immer Olympioniken!“

Foto: AFP

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