Golf im Film #2: Allein mit Onkel Buck

Golf im Film #2: Allein mit Onkel Buck

Wenn der Golfsport in Film und Fernsehen dargestellt wird, kann es mitunter kurios zugehen. Nicht immer werden noble Golfclubs und fair spielende Gentlemen portraitiert. In Teil 2 unserer Serie „Golf im Film“ beleuchten wir einen der eher schrägen Golf-Spieler der Filmgeschichte: Buck Russel aus „Allein mit Onkel Buck“.

In Teil 1 unserer Serie stellten wir „Frank“ und seinen namenlosen Golfpartner aus Joel Schuhmachers Action-Drama „Falling Down“ (1993) vor. Golf steht hier stellvertretend für eine scheinheilige, moralisch längst verfallene Oberschicht. Nach außen hin zur pikfeinen Elite gehörend, zeigen die betagten Golfer schnell ihr wahres Gesicht hinter der Fassade.

Der vor der Polizei flüchtige William Foster (Michael Douglas) kommt der Schlagbahn in die Quere und stört so die Partie. Dabei ist er noch nicht einmal adäquat gekleidet und so zückt Frank, ohne zu zögern, den Driver und versucht, Foster mit dem Ball zu treffen.

Fosters Ärger ist berechtigt, schließlich kann ein Treffer mit einem Golfball verheerende Folgen für Leib und Leben haben. Bemerkenswert leichtfüßig wird mit dieser Tatsache in der Familienkomödie „Allein mit Onkel Buck“ (John Hughes, 1989) umgegangen. Der notgedrungen als Babysitter einspringende Hallodri Buck Russel (John Candy) hat auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam mit den Golfern aus „Falling Down“.

Er teilt jedoch die Leidenschaft für den Sport. In seinem alles und jeden einräuchernden PKW führt er stets eine Golftasche samt Spielgeräten mit sich. Da er zwar kein glänzendes Vorbild für die drei Kinder seines Bruders ist, das Herz jedoch am rechten Fleck hat, lässt er es nicht ungesühnt, dass der ältesten Tochter ihres gebrochen wird. Nachdem er auf eine Party einmarschiert ist und den Schürzenjäger „Motte“ mit einer Bohrmaschine drangsaliert hat, wird dieser gefesselt und geknebelt in den Kofferraum gepackt und der pubertierenden Tia als Beute vorgeführt.

Wieder mit dem Bohrer drohend ringen die beiden dem panischen Motte eine Entschuldigung ab, die dieser jedoch wieder aufmüpfig revidiert, kaum dass er auf freiem Fuß ist. Der hemdsärmelige Onkel Buck hat wieder die „passende“ Antwort und schießt Motte kurzerhand mit einem Golfschlag ab.

Ein recht brutaler Slapstick-Humor, der eher wie aus einem „Tom und Jerry“-Cartoon daherkommt. Schauspieler Macaulay Culkin, der Tias kleinen Bruder Miles verkörpert, lieferte sich ein Jahr später ähnliche Leinwand-Scharmützel mit zwei Gaunern in dem Blockbuster „Kevin – Allein zu Haus“. So lassen sich derartige Pointen vielleicht den Sehgewohnheiten in dieser Phase zuordnen. Heutzutage scheinen derlei Szenen schwer vorstellbar.

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