Als erster norwegischer Sieger auf der PGA Tour hat Viktor Hovland sich in der Golf-Welt längst einen Namen gemacht. Bei der PGA Championship geht der 23-Jährige ebenfalls an den Start und hegt Hoffnungen auf den ersten Major-Sieg.

Denn in den vergangenen Monaten zeigte Hovland, was in ihm steckt. Im Dezember des vergangenen Jahres konnte er seinen zweiten PGA Tour-Titel bei der Mayakoba Golf Classic einfahren. Seine erste Trophäe holte sich der Norweger etwas früher im selben Jahr bei der Puerto Rico Open und schrieb damit Golfgeschichte als erster norwegischer Tour-Sieger.

Mit 23 Jahren hat Hovland also schon mehr erreicht als so mancher Profi während seiner gesamten Karriere. Seine Begeisterung für den Sport begann etwas später als bei einigen seiner Kollegen. Erst in der siebten Klasse entdeckte er die Leidenschaft zu der Sportart durch seinen Vater, der zu dem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren den Golfschläger geschwungen hatte.

Anfängliche Schwierigkeiten auf dem College

Also machte er es dem Beispiel seines Vaters nach – und plötzlich wurde klar, dass der Sohn das Spiel deutlich besser beherrschte. Vom Nachwuchsgolf in Norwegen ging es 2014 zu den landesweiten Amateurmeisterschaften, wo sich Hovland an die Spitze der Rangliste spielte. Seine Eltern bemerkten, dass das bis dato als Hobby gesehene Golfen vielleicht doch einen größeren Stellenwert im Leben ihres Sohnes haben könnte.

Als das Ende der Schulzeit nahte, informierte sich der Norweger über Golfstipendien für US-amerikanische Universitäten – und besuchte wenig später die Oklahoma State University. Während seines Rookie-Jahres am College musste sich der weit von daheim entfernte erst einmal an die neue Situation gewöhnen. „Ich habe einfach nicht gut gespielt“, erinnert sich Hovland zurück, weshalb er mit seinem Trainer intensiv an der Technik arbeitete.

Die darauffolgende Saison 2018 verlief so, wie der heute 23-Jährige sich das vorgestellt hatte. Mit vier Schlägen Vorsprung gewann er ein College-Turnier und später weitere drei Matches. Der Höhepunkt des letzten Amateurjahres war dann allerdings sein Sieg in Pebble Beach bei der US Amateur, bei dem er keinem der Top-Amateurgolfern eine Chance ließ – und damit gelang ihm der Sprung in die Profiliga.

Das Ziel der Top 100 der Welt

Dort erhielt er mit dem Masters, der US Open und der Open Championship Einladungen zu den prestigeträchtigen Major-Turnieren. In Augusta beendete er das Turnier auf dem 32. Rang und machte damit als beste Amateur von sich reden. Innerhalb seiner Rookie-Saison auf der PGA Tour konnte sich Hovland mit einer Rekordserie unter den erfahrenen Profis beweisen.

19 Runden konnte er Rundenergebnisse unter 70 verzeichnen und übertraf damit Bob Estes Rekord von 17 aufeinanderfolgenden Runden unter 70 ein. Zu diesem Zeitpunkt stand Hovlands Name in der Golf-Weltrangliste bereits unter den Top 100. Die beiden Siege 2020 bei der Puerto Rico Open und der Mayakoba Golf Classic stellten das Können des Norwegers dann endgültig unter Beweis.

Die neue Ryder-Cup-Hoffnung

In diesem Jahr wird nach dreijähriger Corona-bedingter Pause wieder der Ryder Cup stattfinden. 2018 war das Durchschnittsalter des europäischen Teams rund um Ian Poulter, Thomas Bjørn und Paul Casey doch recht hoch, nur Jon Rahm fiel mit seinen damals 23 Jahren heraus. Die neue junge Hoffnung für die diesjährige Austragung des amerikanisch-europäischen Direktvergleiches lautet also: Viktor Hovland.

Schon häufig wurden Vergleiche zur Rory McIlroy gezogen, der bereits in jungem Alter zahlreiche Erfolge feiern durfte. Ob der Norweger an diesem Wochenende den Erwartungen an ihn gerecht werden kann, wird sich zeigen. Hoch im Kurs steht er jedenfalls. Nach der ersten Runde liegt er auf dem geteilten zweiten Platz.

Foto: Getty Images

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