Golfen mit Hund – so kann es klappen!

Ein Golfer mit einem kleinen Hund

Für Golfer und Golferinnen, die gleichzeitig Hundebesitzer sind, stellt sich beim Ausüben ihres Hobbys die Frage: Kann ich meinen Vierbeiner mit auf die Golfrunde nehmen oder nicht? Die Meinungen dazu sind vielfältig und oft stehen sich Befürworter und Gegner gegenüber. Was spricht für, was gegen die Begleitung des „besten Freundes“ des Menschen? Was gilt es zu beachten?

Die Vorteile einer Golfrunde mit Hund

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Golfplätze entschieden, Hunde auf der Runde zuzulassen. Tendenz steigend. Diese Entwicklung freut alle Golferinnen und Golfer, die so den Sport zusammen mit ihren Vierbeinern ausüben können. Insbesondere wenn man alleine spielt, ist die Begleitung eines Hundes angenehm. Er kann für eine beruhigende Atmosphäre sorgen, was das Spielerlebnis erhöht. Die Mitnahme eines Hundes entspannt zudem Golfer und Golferinnen zusätzlich. Das gemeinsame Erleben in der Natur fördert darüber hinaus die Bindung zwischen Vierbeinern und Herrchen beziehungsweise Frauchen. Da Hunde es lieben, sich draußen zu bewegen, unterstützt eine Golfrunde auch die Gesundheit des Tieres.

Die Nachteile einer tierischen Begleitung

Es gibt aber auch Gründe, warum das Golfen mit einem Hund nicht immer ideal ist: Ein Hund kann eine Ablenkung sein, besonders wenn er nicht gut erzogen ist. Er kann andere Golferinnen und Golfer stören oder die Konzentration seiner Besitzer beeinträchtigen. Nicht allen Golfern gefällt die Idee, Hunde mit auf den Platz zu nehmen. Einige haben Angst vor den Vierbeinern oder sind gegen sie allergisch. Es gibt zudem Menschen, die grundsätzlich eine Abneigung gegen Haustiere haben. Auch deren Belange gilt es zu beachten. Hunde können außerdem dem Zustand des Golfplatzes schaden, insbesondere wenn sie dazu neigen, Löcher zu graben.

Hunde auf dem Golfplatz – was muss ich beachten?

Hunde sind eine schöne Ergänzung für das Golfspiel. Voraussetzung ist jedoch, dass Hundebesitzer und Golfspieler ohne Hund gegenseitig Rücksicht nehmen. Das ist auch eine Frage der Etikette. Es gibt Regeln, die zu beachten sind. Zunächst sollte geklärt werden, ob auf dem Golfplatz Vierbeiner grundsätzlich erlaubt sind. Daher empfiehlt es sich, bereits bei der Buchung einer Startzeit die Begleitung eines Hundes anzukündigen. Ansonsten kann man beim Einchecken eine böse Überraschung erleben. Die sich daraus ergebenden Diskussionen sind vermeidbar.

Hunde auf der Runde

Besonders auf dem Golfplatz muss der Hund gut erzogen und sozialisiert sein, sodass er andere Spielerinnen und Spieler nicht stört. Dafür sollte er die Grundkommandos beherrschen, um von seinen Hundehaltern sicher geführt zu werden. Vor dem Start ist es angeraten, im Flight die Einwilligung einzuholen, den vierbeinigen Gefährten mitnehmen zu dürfen. Dass Hunde nur angeleint auf die Golfrunde dürfen, versteht sich von selbst. Zum einen schützt man damit das Tier selbst, damit es nicht von vorbeifahrenden Golf Cars oder fliegenden Bällen verletzt wird. Zum anderen verhindert man, dass es selbst Bällen oder anderen Tieren hinterherläuft und somit andere Golfspieler und Spielerinnen behindert oder belästigt. Hierbei ist die Leine am Trolley oder Golf Car zu befestigen. Spielerinnen und Spieler haben die Hände frei und es gibt keine unnötigen Verzögerungen bei der Schlagvorbereitung.

Ein Hund auf einem Golfcart
(Foto: Leo Zank / Adobe Stock)

Ihr „Geschäft“ machen Hunde im günstigsten Fall bereits vor der Runde. Hundehalter müssen dafür im Vorfeld Zeit einplanen. Der direkte Weg vom Parkplatz auf die Driving Range und zum ersten Tee wird den Hunden nicht gerecht. Sie benötigen Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und unbekannte Gerüche zu verarbeiten. Sollten sie sich dennoch auf dem Platz „erleichtern“, müssen die Besitzer die Hinterlassenschaften entfernen. Mancher Golfclub stellt hierfür extra Beutel in Spendern zur Verfügung. Hundehalter sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie für alles die Verantwortung tragen, was der Hund anstellt. Sei es für Verunreinigungen oder für Schäden. Wer dieses Risiko nicht tragen möchte, sollte seinen Vierbeiner nicht mitnehmen.

Auch der Hund braucht Kondition

Eine Golfrunde über 18-Loch kann mehrere Stunden dauern. Diese können, je nach Wetterverhältnissen, besonders herausfordernd sein. Das erfordert von Golfern wie Tieren eine gute Verfassung und eine ausreichende Kondition. Deshalb sollten nur Hunde mit auf den Golfplatz, die einer solchen Anstrengung gewachsen sind. Wer eher wenig mit seinem Hund spazieren geht, der sollte seinem tierischen Begleiter einen solchen Kraftakt nicht zumuten. Auch hier gilt es wieder, verantwortlich zu handeln. Wenn es zu Pausen kommt, ist auch dem Hund eine solche zu gönnen. Ein schattiger Platz zum Ablegen oder das Schnüffeln im Wäldchen kann dem Tier guttun. Aber natürlich angeleint! In einigen wenigen Golfclubs gibt es sogar Golf Cars für Hunde. Hier können die Vierbeiner auf einer Plattform hinter den Sitzen liegend das Spiel von Herrchen und Frauchen verfolgen.

Ein Hund läuft über einen Golfplatz
(Foto: Tom / Adobe Stock)

Gibt es eine Platzreife für den Hund?

Manche Golfclubs und Hundeschulen bieten inzwischen auch sog. Platzreifekurse für Hunde an. Diese Kurse sind für Hundebesitzer und Hunde gedacht, die gemeinsam Golfspielen möchten. Herrchen und Frauchen lernen dabei die wichtigsten Regeln beim Golfen mit Hund kennen. Die Vierbeiner werden an besondere Situation auf dem Kurs gewöhnt, wie z.B. das Fliegen der Bälle. Auch lernen sie Verhaltensregeln wie Stillsitzen und Leinenführigkeit, sollte die noch nicht vorhanden sein.

Darf ich den Hund ins Clubhaus mitnehmen?

Eine besondere Situation stellt das Mitführen von Hunden im Clubhaus oder im Restaurant dar. Auch hier ist das Führen an der Leine eine Selbstverständlichkeit. Rücksichtnahme auf andere Gäste ist hier besonders wichtig. Hundefreundliche Golfplätze erlauben die Anwesenheit von Hunden in den Innenräumen. Jedoch sollte man als Hundebesitzer abwägen, ob das Kaltgetränk nicht auch auf der Terrasse eingenommen werden kann. Vor allem bei schlechtem Wetter sind nasse Hunde in der Gastronomie keine angenehmen Begleiter. Dies gilt aber nicht nur für die Golfgastronomie und wird von den meisten Hundebesitzern sicherlich auch im Alltag beachtet.

Golfurlaub mit Hund

Im Urlaub kann es auch ganz praktische Gründe geben, den Hund mit auf die Runde zu nehmen. Beispielsweise kann anders eine Betreuung des Hundes während des Golfspiels nicht gewährleistet werden. Anstatt den Vierbeiner im Auto auf dem Parkplatz oder im Ferienhaus alleine zu lassen, nimmt man ihn lieber mit.

Ein Hund liegt in einem Koffer mit Golfequipment
(Foto: alexskolov / Adobe Stock)

Oft kommen Golferinnen und Golfer im Urlaub mit Hund gar nicht erst in Golfhotels oder eine Ferienwohnung hinein. Hier lässt sich ein Reisetrend beobachten, auf den auch der eine oder andere Golfclub reagiert hat: Der Golfurlaub im Wohnmobil. Man ist freier als in einem Ferienhaus oder Golfhotel und kann sich die Stellplätze inzwischen auch in unmittelbarer Nähe zu Golfanlagen suchen. Hunde sind dort in der Regel willkommen und können mit Einwilligung der Golfanlage mitgeführt werden.

Harmonisches Miteinander durch Rücksichtnahme

Insgesamt spricht vieles für die Mitnahme von Hunden auf Golfplätzen, solange Hundebesitzer und Golfer und Golferinnen ohne tierische Begleitung sich einig sind. Die Regeln der Clubs müssen dabei ebenso beachtet werden, wie die persönlichen Belange der Mitspieler und Mitspielerinnen. Solange dies erfolgt, steht dem gemeinsamen Golferlebnis von Mensch und Tier nichts entgegen.

Titelbild: mavericksun / Adobe Stock

Weitere Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.