Zu 38 Jahren Haft wurde Valentino Dixon 1992 verurteilt, obwohl er unschuldig war. Ausgerechnet ein Golfmagazin war dafür verantwortlich, dass der Fall neu aufgerollt wurde und Dixon freikam. 123golfsport erzählt die verrückte Geschichte.

Bereits als Kind begann Dixon, sich für die Kunst zu interessieren und besuchte später eine Kunsthochschule. Doch im Jugendalter kam er immer häufiger in Kontakt mit Drogen, bis er schließlich selbst dealte. Eine Waffe war sein ständiger Begleiter. So auch in der Nacht vom 10. August 1991, als es in einem Fast-Food-Restaurant zu einer Schießerei mit vier Toten kam. Dixon war jedoch nicht beteiligt.

„Ich bin sofort in mein Auto gestiegen und habe den Tatort verlassen“, erinnerte sich Dixon im Gespräch mit „Golf Digest“ an die Nacht. Dennoch wurde er kurz darauf angehalten, mit auf die Polizeiwache genommen und wegen Mordes angeklagt. Zu dem Zeitpunkt hatte er noch Hoffnung auf Augenzeugenberichte, die sich allerdings als weniger hilfreich erwiesen. So befand die Jury ihn 1992 für schuldig und verurteilte ihn zu 38 Jahren. Unschuldig.

Ein Paket Buntstifte half ihm aus der Depression

Die erste Zeit im Gefängnis war von Antriebslosigkeit und Depressionen geplagt. Doch Dixon wollte nicht aufgeben und versuchte, sein eigenes Verfahren aufzuarbeiten und nach Fehlern von Anwälten und Richtern zu suchen. Vergebens. Ohne Unterstützung musste sich der Inhaftierte seinem Schicksal hingeben. Sein Onkel wollte seinen Neffen wohl an vergangene Zeiten erinnern und schickte ihm ein Paket mit Buntstiften und Papier. Es gelang ihm, denn kurz darauf verfiel Dixon der Sucht nach dem Zeichnen.

Nach viel afrikanischer und abstrakter Kunst und unterschiedlichen Landschaften freute sich Dixon über den Auftrag seines Onkels, ihm seinen Lieblingsgolfplatz zu malen: Es sollte das 12. Loch des Augusta National Golf Club sein. Sowohl sein Onkel als auch seine Zellengenossen waren begeistert von dem Kunstwerk und motivierten ihn dazu, mehr Golfplätze zu zeichnen. Das war der Anfang einer großen Leidenschaft.

Das Interesse für den Golfsport wuchs und rettete sein Leben

Um ausreichend Inspiration für seine Bilder zu bekommen, begann Dixon, Golfmagazine zu lesen. Unter anderem das Golf Digest, in dem er einen Artikel darüber fand, wie Menschen das Golfen nutzen, um harte Zeiten im Leben zu überstehen. Der Künstler fühlte sich angesprochen und verfasste einen Brief an den Kolumnisten Max Adler, dem er von seiner Geschichte berichtete.

Als kleines Präsent fügte er dem Brief eines seiner Golfplatz-Bilder bei. Adler war von dem Kunsttalent so angetan, dass er Dixon im Gefängnis einen Besuch abstattete. Als dieser ihm dort sein Herz ausschüttete, war der Kolumnist von der Ungerechtigkeit gegenüber Dixon so eingenommen, dass er die Geschichte unbedingt an die Öffentlichkeit bringen wollte. Nach einigen Nachforschungen in juristischen Dokumenten veröffentlichte er im Juli 2012 einen Artikel über Valentino Dixons „Drawings From Prison“. Innerhalb kurzer Zeit gewann der Fall an Aufmerksamkeit und auch große Nachrichtenagenturen begannen, über Dixon zu berichten.

Ein neuer Staatsanwalt nahm sich schließlich der Rechtssache an und prüfte die Aussagen der Zeugen und den Tathergang. Am 19. September 2018 traten Dixon und der Anwalt mit neuen Beweisen und gründlicher Untersuchung des Falls vor das Gericht. Der Verurteilte verließ das Gericht als freier Mann. Anstelle von Wut empfand Dixon eine tiefe Dankbarkeit für die Hilfe von Adler: „Ich bin nicht verbittert über die 27 Jahre im Gefängnis. Ich freue mich einfach, dass meine Zeichnung die Aufmerksamkeit von Max Adler gefunden hat – sonst wäre ich immer noch unschuldig im Gefängnis.“ Dixons Geschichte ist mittlerweile so bekannt, dass unter dem Weihnachtsbaum der Obamas eines seiner Golfplatz-Gemälde lag. Michelle Obama hatte es für den ehemaligen Präsidenten gekauft, weil sie zuvor die Verfilmung von Dixons Geschichte durch den Fernsehprogrammanbieter HBO sah.

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