Der einseitigen Belastung entgegenwirken – Gastbeitrag von Personaltrainer Chris Marquardt

Der einseitigen Belastung entgegenwirken – Gastbeitrag von Personaltrainer Chris Marquardt

Wie hoch ist die Verletzungsrate im Golfsport? Höher als viele glauben, sagt Chris Marquardt. Der Personaltrainer behandelt viele golfende Schmerzpatienten und rät zu gesteuerten Ausgleichs- und Präventionsmaßnahmen.

Chris Marquardt ist Personaltrainer mit Schwerpunkt auf Athletik- und Reha-Training. Er arbeitet mit Sportlern vor allem im Großraum München zusammen. Chris verfügt über langjährige Erfahrung im Golfsport und weiß, welchen speziellen Belastungen die Spieler ausgesetzt sind.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, allerdings sind über die Hälfte der Mitglieder im Golfsport älter als 55 Jahre und der Anteil der älteren Golfspieler steigt zudem ständig an. Damit steigt auch der Anteil derjenigen die mit einem künstlichen Schulter-, Knie- oder Hüftgelenk weiter ihren Sport mit Leidenschaft spielen möchten. Golfer mit Arthrose beispielsweise im Hüft- oder Schultergelenk erhoffen sich nach Einsetzen eines künstlichen Gelenks nach der Operation mindestens mit gleicher Intensität schmerzfrei Golf spielen zu können. Zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden beim Golfsport zählen allerdings Rückenprobleme und Knieverletzungen.

Was genau löst den Schmerz im Knie aus?

Bei Rückenschmerzen können sauber ausgeführte Kräftigungsübung helfen. Kreuzheben und Ruderübungen gehören hier zu den wichtigsten Kraftübungen. Je mehr funktionelle Muskulatur, desto mehr Entlastung für die Bandscheiben. Das ist der Grund, warum Golfsport immer Hand in Hand mit einem sauberen Kraft- und Dehnprogramm geht. Im Kniegelenk ist es wiederum wichtig, zu erfahren, was genau den Schmerz auslöst.

Es kann zum einen an fehlender Beweglichkeit im Sprunggelenk oder an einer zu verspannten Wade liegen. Auch ungedehnte oder aber zu schwache Oberschenkel können der Grund für Schmerzen sein. Beides sollte also in Erwägung gezogen werden. Einerseits sollte die Beweglichkeit im Sprunggelenk, der Wade und in den Oberschenkeln sicher gestellt sein. Zudem wäre Stabilitätstraining für das Knie ratsam. Hier kann man mit Gleichgewichtsübungen auf einem Bein starten und die Intensität langfristig steigern.

Der Auslöser für Schmerzen im Kniegelenk kann fehlende Beweglichkeit des Sprunggelenks, der Wade und der Oberschenkel sein.

Viele Menschen klagen zudem über Schmerzen in der der Schulter. Die Schulterbeweglichkeit ist bei sehr vielen Golfern nämlich ein großes Problem. Die Fähigkeit, den Oberarm nach innen zu rotieren, ist bei der dominanten Seite überlastet und dadurch oft sehr verkürzt und verspannt. Die zu hohe Muskelspannung macht sich dann wiederum direkt in einer Bewegungseinschränkung bemerkbar.

Einfache Dehnungsübung gegen Schulterbeschwerden

Um die Schulter optimal mobil zu bekommen, empfehle ich regelmäßig die folgende sehr einfache Dehnung. Bei Rechtshändern würde ich mich natürlich auf den rechten Arm konzentrieren. Benötigt wird ein Handtuch oder ein Gummiband. Alternativ tut es auch ein Gürtel oder der eigene Golfschläger. 

Fassen Sie dann den Gurt mit der rechten Hand und lassen Sie ihn hinter dem Kopf nach unten hängen. Der Ellenbogen zeigt zur Decke. Greifen Sie den Gurt mit der linken Hand. Ziehen Sie den rechten Arm etwas nach unten, um die Dehnung der Armrückseite zu verstärken. Dazu bitte die Bauchmuskeln anspannen, um sich nicht nach hinten zu beugen und damit der Bewegung in der Schulter auszuweichen. Dies einige Sekunden halten, tief ein- und ausatmen und sich dem Dehnschmerz stellen. Dann die Seite wechseln. Das kann bewirken, dass sich der Schlag schon beim nächsten Spiel deutlich geschmeidiger anfühlt. 

Verletzungsanfälligkeit im Golfsport wird unterschätzt

Weltweit erfreut sich Golfsport einer ständig wachsenden Beliebtheit. Allen Hobbygolfern gemeinsam ist, dass sie in der Regel keinerlei Ausgleichs- und Präventivmaßnahmen betreiben. Die Verletzungsanfälligkeit beim Golfsport wird allgemein unterschätzt. Die Erklärung für die hohe Verletzungsrate ist das ständige Beugen und Verdrehen des Körpers beim Golfschwung. Mehr und beweglichere Muskeln können dies und auch die häufigen Schwünge gut kompensieren. 

Regelmäßige Dehnübungen können die Schulter mobilisieren.

Die Arbeit mit einem medizinischen Personaltrainer stellt sicher, dass Übungen aller Art gelenkentlastend durchgeführt werden. Dies kann helfen, diese Probleme langfristig zu beheben. 

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