Vielversprechender könnte es für Steve Stricker beim diesjährigen Ryder Cup wohl kaum laufen: Als Kapitän führt er das US-amerikanische Team in seinem Heimatstaat Wisconsin an. Trotz großartiger Leistungen blieb der Golfprofi während seiner Karriere immer gerne im Hintergrund und stand selten so im Licht der Aufmerksamkeit wie derzeit.

Selbst würde Steve Stricker sich vermutlich als Familienmensch bezeichnen, bei dem die Karriere eben erst an zweiter Stelle kommt. Deshalb nahm sich der heute 54-Jährige zwischen 2002 und 2004 auch eine Auszeit, weil ihn das Tour-Leben nicht erfüllte und er nach einem anderen Sinn suchte.

Nachdem er die PGA-Tourkarte daraufhin verlor, kehrte der in Edgerton, Wisconsin geborene US-Amerikaner erst 2006 auf die Tour zurück und legte direkt los wie die Feuerwehr. Mit sieben Top-Ten-Platzierungen – davon zwei bei Major-Turnieren – spielte sich Stricker wieder unter die stärksten Spieler der Profitour und feierte im darauffolgenden Jahr seinen vierten Titel beim „The Barclays“.

Die Auszeit tat Stricker offenbar gut, denn in der Golf-Weltrangliste kletterte er dank starker Leistungen immer wieder auf die vorderen Plätze. Drei gewonnene Turniere im Jahr 2009 verschafften ihm dann den zweiten Platz in der Weltrangliste, direkt hinter Golf-Legende Tiger Woods. Diese Position blieb die beste seiner Karriere.

Der Erfolg hielt weiter an, denn bis 2012 sicherte sich der Profi noch fünf weitere Trophäen. Bis 2017 wurde es ruhig um Stricker. In diesem Jahr startete er seine Karriere auf der PGA Tour Champions und sollte nicht lange auf die ersten Triumphe warten. 2018 gewann der US-Amerikaner drei Turniere, spielte sich 2019 bei zwei Majors an die Spitze des Leaderboard und hat in diesem Jahr neben der Chubb Classic bereits die Bridgestone Senior Players Championship gewonnen.

Für Stricker steht die Familie im Vordergrund

Vollkommen zurecht fungiert Stricker nun also als Kapitän im Ryder Cup, bei dem er selbst dreimal für das US-amerikanische Team in den Wettbewerb ging. 2008 gewannen sie den prestigeträchtigen Kontinentalvergleich, während sie 2010 und 2012 gegen das europäische Team verloren.

Während der diesjährige Kapitän seine Picks in der vergangenen Woche verkündete, stand er im Zentrum der Aufmerksamkeit. Etwas, das der bescheidene Stricker nur selten richtig genoss. Trotz großer Erfolge blieb er immer gerne im Hintergrund und konzentrierte sich auf sein Spiel und vor allem auf seine Familie.

Titelbild: Getty Images

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