Rudy Giuliani, bekannt als ehemaliger Bürgermeister von New York und Anwalt von Donald Trump, erzählte in einem Podcast von einem Golf-Turnier mit Michelle Wie. Dabei erging er sich in Herabwürdigungen und erinnerte an die unangenehmen Verbal-Entgleisungen Trumps. Die Golfwelt distanziert sich umgehend.

In dem Podcast „War Room“ von Trumps früherem Berater Steve Bannon berichtete Giuliani von einer Golfpartie an der Seite der LPGA-Proette Michelle Wie. 2014 gingen die beiden bei einem Charity Event von Ernie Els gemeinsam auf die Bahn. Anstatt die Konzentration auf die sportlichen Leistungen der Spielerin zu lenken, versuchte sich der ehemalige Bürgermeister von New York mit plumpem Sexismus zu profilieren.

Also legte er los und erzählte davon, dass die beiden bei dem Event von Fotografen umzingelt waren, während Wie ihre Bälle spielte. „Nun, Michelle Wie ist umwerfend; sie ist 1,80 m groß und hat eine seltsame Putt-Haltung. Sie beugt sich ganz nach vorne und man sieht ihr Höschen. Und die Presse ist durchgedreht. Sie haben versucht, Fotos von ihrem Höschen zu machen“, schwelgt Giuliani offenbar in Erinnerung.

USGA und LPGA stehen hinter Wie

Als erstes reagierte die Spielerin selbst auf den Podcast, wobei sie Giulianis Namen zwar nicht nannte, ihre Nachricht dennoch unmissverständlich an ihn gerichtet war:

Sie verlieh ihrer Enttäuschung über eine solche Geschichte damit Ausdruck und wird dabei sowohl von der USGA als auch von der LPGA Tour unterstützt. „Sexismus hat keinen Platz im Golf oder im Leben. Wir sind immer auf deiner Seite“, twitterte die USGA am vergangenen Samstag und auch die LPGA stärkte der Proette den Rücken, indem sie beeindruckende Fakten über Wies bisherigen Werdegang als Sportlerin und Mutter auflistet:

Denn was auf dem Golfplatz zählt, ist nicht das Höschen einer Spielerin, sondern die Leistungen, die diese erzielt. Insbesondere bei einem Event dieser Art, bei dem die Spendensammlung und der gemeinsame Spaß im Fokus stehen sollten, sind solche Geschichten buchstäblich fehl am Platz. In der Golfgemeinde stieß die Geschichte sauer auf und zahlreiche Medien berichteten über Giulianis Fehltritt. Dieser äußerte sich bislang nicht dazu. Ob ein Unrechtsbewusstsein vorhanden ist, darf bezweifelt werden. Lediglich ein zweifelndes „War es in Ordnung, das zu erzählen?“ am Ende des Podcast und Bannons verlegener Geschichtsausdruck deuten an, dass die beiden sich durchaus vorstellen können, auf ihre Herrenwitze nicht nur positive Rückmeldungen zu bekommen.

Foto: Mark Herreid – stock.adobe.com

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