The Open Championship – Special, Teil 3 – Der Star ist der Platz

Old Course St. Andrews: Brücke im Sonnenuntergang

In Teil 3 unseres Specials zur 150. The Open Championship widmen wir uns einer Legende, die größer ist, als jeder noch so erfolgreiche Seriensieger: Dem Golfplatz. Jedem Golfer auf der Welt läuft es bei den Worten „Old Course St. Andrews“ kalt den Rücken runter.

„Du bist kein echter Golfer, bis du nicht in St. Andrews gewonnen hast“ Bobby Jones

Gab es zu Beginn der Geschichte der „Open Championship“ zunächst nur einen Austragungsort, nämlich den Prestwick Golf Club an der Westküste Schottlands, kamen ab 1872 weitere hinzu. So wurden die „Offenen“ in Schottland, England und auch Irland gespielt. Aktuell gibt es insgesamt neun verschiedene Golfclubs, die sich Spielstätte des ältesten Golfturniers der Welt nennen dürfen. Nach welchem Schema die R&A als Organisatorin der „Open Championship“ die Spielorte bestimmt, ist nicht nachvollziehbar. Allerdings gibt es eine Regel: Alle fünf Jahre werden die „Open“ auf dem berühmten Old Course von St. Andrews ausgetragen.

So auch in diesem Jahr, in dem das Turnier seine 150. Auflage erfährt. In St. Andrews wird schon seit dem 16. Jahrhundert in den Dünen Golf gespielt. Im Jahr 1552 erlaubte der Stadtrat von St. Andrews seinen Einwohnern per Dekret, auf den Links, dem unfruchtbaren Land zwischen Küstenlinie und Weiden beziehungsweise Ackerflächen im Landesinneren, „Hasen aufzuziehen, Golf und Fußball zu spielen sowie zu schießen und anderen Arten der Freizeitbeschäftigung nachzugehen“. Dass der Rat der Stadt hierzu extra Regelungen veröffentlichte, zeigt, wie verbreitet die genannten Sportarten zu dieser Zeit bereits waren und dass es offenbar zu Unstimmigkeiten mit Nichtsportlern kam, die durch den Erlass gesetzlich geregelt werden mussten.

„Wenn ein Golfer in Erinnerung bleiben will, muss er den Titel in St. Andrews gewinnen“ Jack Nicklaus

Allerdings dauerte es noch gute 200 Jahre, bis die „Society of St. Andrews Golfers“ 1754 ihren Golfclub gründete, der im Jahr 1834 mit königlichem Beistand in „Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews“ umbenannt wurde. Kurz zuvor hatte die „The Honourable Company of Edinburgh Golfers“ in Muirfield südlich des Fjordes „Firth of Forth“ den ersten Golfclub überhaupt gegründet. Bereits im Jahr der Clubgründung in St. Andrews wurden auch die ersten Golfanlagen auf dem Gelände des „Old Course“ in die Dünen gebaut.

Zunächst legten die „Greenkeeper“ zwölf Bahnen an, wovon zehn zweimal gespielt wurden. Es ging zunächst „Out“ entlang der Küstenlinie vom ersten Abschlag weg, dann „In“ dieselben Bahnen wieder zurück. Da in beide Richtungen dieselben Grüns genutzt wurden, legte man diese besonders groß an und versah sie mit zwei verschiedenen Löchern, je Spielrichtung. Auch heute noch sind diese großen Grüns charakteristisch für den „Old Course“.

Während des Spielbetriebs erkannte man allerdings schnell, dass manche der zwölf Bahnen zu kurz waren. Deshalb verringerte man die Gesamtzahl der Löcher auf 18. Ein Standard, der sich bis heute gehalten hat. Die Geschichte, dass ein Golfplatz 18 Bahnen hat, weil man aus einer Flasche schottischen Whiskey 18 „shots“ erhält und daher ein Golfspiel zu Ende ist, wenn nach jeder Bahn ein „Kurzer“ getrunken wird bis die Flasche leer ist, gehört also ins Reich der Legenden.

„In St. Andrews zu gewinnen ist das das Höchste, es ist mein Lieblingsplatz auf der Welt“ Tiger Woods

Von 1865 bis 1903 war kein geringerer als Tom Morris Sen. als Greenkeeper für die Pflege und das Design des Kurses zuständig. Er entwickelte den Kurs ständig weiter. Bis heute sind die Elemente des Platzes – hohes Rough, schmale Fairways, großzügige Grüns und Topfbunker zu deren Verteidigung – die Blaupause für Links-Plätze. Noch heute legen Platzdesigner sie in immer wiederkehrenden Varianten weltweit an.

Der Respekt, den moderne Pros diesem historischen Platz zollen, zeigt sich in der Vielzahl an Zitaten, die von berühmten Vertretern dieser Profession in den Medien zirkulieren. Einfach aber treffend hat es Louis Oosthuizen nach seinem Sieg im Jahr 2010 formuliert:

„Die Open zu gewinnen ist etwas Besonderes. In St. Andrews zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes“     

Titelbild: Matt-Adobe

Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/

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