1896 waren Frauen von den ersten Olympischen Spielen ausgeschlossen und kämpften sich erst nach und nach in den internationalen Wettbewerb. Über Umwege gelang es ihnen, in einem gemeinsamen Event mit den Herren aufzutreten. Der Golfsport machte dabei den Anfang.

Schwitzende Frauen? Die Vorstellung entsetzte den Präsidenten des Internationalen Olympischen Kommitee (IOK) Pierre de Coubertin so sehr, dass das weibliche Geschlecht von der Teilnahme an den Olympischen Spielen ausgeschlossen war. 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit statt – ohne Frauen versteht sich, wenn man auf die Überzeugungen der damaligen IOK-Mitglieder zurückblickt.

Frauen sollten Sport lediglich aus gesundheitlichen Gründen treiben und das bestenfalls im Privaten, sodass die Öffentlichkeit nicht von dem Anblick verstört wurde – so wie es Coubertin erging. Da die Mitglieder des IOK der Oberschicht angehörten, hatten sie kein Verständnis für die Sport- und Olympia-Ambitionen der Frauen.

Annika Sörenstam setzt sich für den Golfsport ein

Lediglich der Golf- und Tennissport, bei dem die Frauen das Feld anfangs in langen Kleidern betraten, wurde toleriert. Die logische Konsequenz daraus war, dass Frauen vier Jahre nach der ersten Austragung der Spiele im Golf und Tennis an den Start gehen durften. Das war ebenfalls das erste Jahr, dass der Golfsport überhaupt in die Spiele eingebunden war.

1904 war das Vergnügen für die Golferinnen allerdings schon wieder vorbei, denn die Sportart wurde nach zweimaliger Anerkennung erneut von den Olympischen Spielen ausgeschlossen – und fand erst 112 Jahre später wieder zurück. Annika Sörenstam setzte sich über Jahre hinweg maßgeblich für die Rückkehr des Golfsports zu Olympia ein. „Als Generationstalent im Frauengolf spielte Annika Sörenstam eine herausragende Rolle bei der erfolgreichen Olympiabewerbung des Golfsports“, so der Commissioner der PGA Tour Jay Monahan über die Golf-Legende.

Schwieriger als die Golferinnen hatten es beispielsweise Leichtathletinnen. Bevor ihnen in einigen Disziplinen 1948 erstmals die Teilnahme erlaubt wurde, hatten sie bereits ihre eigenen Frauen-Spiele ins Leben gerufen. Die ehemalige Marathonläuferin Kathrine Schwitzer berichtete von Mythen, die von der Angst handelten, Frauen könne beim Laufen die Gebärmutter herausfallen. Und auch in anderen Sportarten hatten die Frauen es schwer: Fußballerinnen gingen erst 1996 zum ersten Mal aufs Feld, während die Boxerinnen erst 2012 gegeneinander in den olympischen Ring steigen durften.

Titelbild: Thomas Dutour – stock.adobe.com

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