Golfpark Schloßgut Lenzfried: Golfspielen wie bei den „60’ern“

Ein Golfplatz und im Hintergrund ist eine Kirche

Der „Golfpark Schloßgut Lenzfried“ in Kempten verfügt über eine schöne 9-Loch-Anlage, unweit des Stadtzentrums der 70.000-Einwohner-Metropole im Allgäu. Seine landwirtschaftlich geprägte Infrastruktur, die hügeligen Bahnen, die freundliche Willkommenskultur und die einzigartigen Ausblicke auf die Allgäuer Alpen gewähren Golfer:innen entspannte Stunden während und nach dem Golfspiel.       

Die Stadt Kempten blickt auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurück. Schließlich siedelten bereits um Christi Geburt Kelten und Römer auf einem Plateau oberhalb des Flusses Iller. Ganz so alt wie die historische Stadt „Cambodunum“ ist das Schloßgut Lenzfried, das einem Kemptener Stadtteil seinen Namen gab, freilich nicht. Immerhin lassen sich seit dem 16. Jahrhundert Schloss und Besitzer urkundlich nachweisen. Im Jahre 1855 gingen Gebäude und umliegende Ländereien an die Brauerei Familie Leichtle, die sie bis heute bewirtschaften.

Die Idee, auf ihrem Grundbesitz eine Golfanlage zu bauen, stammt von Susanne Leichtle. Seit 2002 verfolgte sie diesen Plan, der im August 2007 mit der Eröffnung des Platzes umgesetzt wurde. Bereits früh kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem Golfclub Waldegg-Wiggensbach, auf dessen Erfahrungen im Golfplatzbau Familie Leichtle zurückgreifen konnte. Heute treten beide Clubs gemeinsam unter der Marke „Golfzentrum Allgäu“ auf.

Fluchtstangen dienen der Orientierung auf hügeligen Bahnen

Der erste Teeshot erfolgt in Sichtweite zum Schloßgut Lenzfried. Auf der Bahn 1 geht es gleich in die Höhe. Das Grün ist zunächst nicht in Sichtweite. Diese Situation gibt es vermehrt auf den Bahnen. Oft sind deren Verläufe so wellig, dass das Ziel nicht erkennbar ist, was besonders für Gäste, die zum ersten Mal auf der Anlage sind, schwierig ist. Hier haben sich die Betreiber aber eine praktische Hilfe einfallen lassen: Auf den Kuppen stehen „Fluchtstangen“, die eine Orientierung liefern.

Der atemberaubende Blick auf die Allgäuer Alpen

Die nächsten vier Bahnen sind vor allem durch große Höhenunterschiede geprägt, die es spielerisch und ‚läuferisch‘ zu überwinden gilt. Zudem wird man meist mit Schräglagen konfrontiert, die die Ansprechpositionen erschweren. Aufgrund des starken Gefälles sind Elektro-Cards auf dem Platz nicht erlaubt, sodass man auf „Schusters Rappen“ auf die Runde geht, was für den einen oder anderen eine (sportliche) Herausforderung bedeuten kann. Auf den höher gelegenen Tourabschnitten belohnen herrliche Ausblicken auf die Allgäuer Alpen jedoch die Golfer:innen.

Die Löcher 6 bis 9 liegen in ebenerem Terrain. Hier sind die Fairways breit und lang, der Stand wird zudem erleichtert. Auf parallel verlaufenden Bahnen geht es zurück zur Driving Range und zum Clubhaus. Auf der neunten Bahn kommt zum Schluss doch noch einmal Wasser ins Spiel, das aber großzügig umspielt werden kann. Lediglich Longhitter könnten versucht sein, hier die „Tiger Line“ zu wählen. Nach einer kurzen Stärkung auf der Terrasse des Clubhauses kann man die neun Bahnen dann zum zweiten Mal in Angriff nehmen oder man lässt den Golftag hier gemütlich ausklingen.

Das Clubhaus: Uriges Ambiente in ehemaligem Stall

Zu Herbstbeginn zeigte sich der Platz, trotz durchwachsenem Wetter, in einem guten spielbaren Zustand. Erwähnt werden muss, dass die Fairways größtenteils aus Klee bestanden, der aber niedergemäht einen dichten Untergrund bildete. Die Grüns wiesen zudem einige Kahlstellen auf. Ansonsten machte die gesamte Anlage einen gepflegten Eindruck.

Das „beliebte“ Abkürzen von Bahn 1 auf Bahn 6 soll bald nicht mehr nötig sein.

Das Clubhaus befindet sich in einem ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Gebäude. Für das Sekretariat, das Bistro und den Gastraum wurde ein ehemaliger Stall umgebaut, das urige Ambiente lädt zum Verweilen ein. Begrüßt wird der Gast von den freundlichen Mitarbeiterinnen des Sekretariats, die um das Wohlergehen eines jeden bemüht sind und gerne Auskunft erteilen. Auch der Geschäftsführer Herr Tschinkl, der seit drei Jahren die Geschicke des Golfparks leitet, zeigt sich im Gespräch offen und zuvorkommend. Als Ziele der nächsten Jahre nennt er die Verbesserung von Grüns und Fairways sowie die Anlage von Wegen auf den Bahnen 2 bis 5, um das gefahrlose Befahren mit Elektro-Cards zu ermöglichen. So will man auch eingeschränkt mobilen Golfer:innen das Spielen auf allen Bahnen ermöglichen und das „beliebte“ Abkürzen zwischen den Bahnen 1 und 6 überflüssig machen.

Im Austausch über die Geschichte der Anlage, Mitgliederzahlen, Einzugsgebiete, Turnierpläne, Greenfeevereinbarungen sowie den Golfsport in Deutschland im Allgemeinen zeigt sich, dass hier jemand mit Herz und Seele dabei ist, der mit viel Sachverstand zum Gelingen des Golfparks beiträgt. Auf die Frage nach den Charakteristika des Golfparks antwortet Tschinkl, es sei wie im Fußball. Es gäbe in München den FC Bayern und 1860 München. Beide bedienten unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen ihrer Fans. Im „Golfpark Schloßgut Lenzfried“ spiele man eher wie bei den „60’ern“.

Fotos: Frank Biller

Weitere Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/

2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Biller,
    wir bedanken uns für den hervorragend gelungenen Artikel über den Golfpark Schlossgut Lenzfried. Gerne heißen wir sie wieder
    willkommen und laden Sie auf eine schöne Runde Golf ein. Wir wünschen Ihnen alles Gute und beste Gesundheit.

    Herzliche Grüße
    Herbert Tschinkl
    Golfpark Schlossgut Lenzfried

    1. Sehr geehrter Herr Tschinkl,

      vielen Dank für die Einladung, der ich gerne nachkommen werde.

      Viele Grüße Dr. Frank Biller

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