Es ist wohl so ziemlich jedem bewusst, dass der Golfsport seine ganz eigene Mode auf den Platz bringt. Poloshirt, schmale Hose und eine Schirmmütze für den Sichtschutz – so kennen wir die Golfer heute. Wie entwickelte sich dieser Trend und was trugen die Spieler in den Anfängen des Golfsports?

In Schottland und England lassen sich die Wurzeln der Sportart finden. Da das Wetter dort schonmal äußerst rau werden kann, war es zu Beginn an den Küstenorten besonders wichtig, einen Schutz gegen Wind und Wasser zu haben. So kamen bei den Schäfern Kilts und Leder zum Einsatz. Erst als die Oberschicht den Golfsport für sich entdeckte, änderte sich die Mode.

Kurze Hosen endeten unter dem Knie und wurden über die Socken gezogen. Tweed-Jackets und Westen über Hemden mit gestärktem Kragen wurden mit Krawatten und Tweed-Kappen kombiniert. Die kurzen Hosen wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts in jeglichen Lebensbereichen immer mehr durch lange ersetzt. Anstatt mit diesem Trend zu gehen, steckten die Golfer ihre Hosen jedoch lieber in lange Socken. Je populärer der Golf wurde, desto unterschiedlicher wurde auch die Mode auf den Plätzen.

Wohlhabende Spieler wollten sich durch ihre Mode absetzen

Der Oberschicht der golfenden Gentlemen war es wichtig, auch als solche erkannt zu werden. Es galt also gemusterte Hosen, auffällige Hüte und gestrickte Cardigans zu tragen, um sich von den einfacheren Kollegen abzuheben. Doch mit zunehmender Beliebtheit der Sportart merkten immer mehr Golfer, dass die warme und schwere Kleidung für das Spiel ungeeignet ist. So eroberten in den 40er Jahren Kurzarmshirts und leichtere Hosen den Golfplatz. Zehn Jahre später wurde es dann bunt.

Hinsichtlich der Kleidung waren nun alle Farben erlaubt. Die Polohemden gewannen während dieser Zeit an Aufmerksamkeit und durch Arnold Palmers außergewöhnlich muskelbepacktes Aussehen wurden die Schnitte immer athletischer. Synthetische Fasern wie Nylon und Polyester ermöglichten diese Schnitte. In den 70er Jahren erfuhr die Golfmode einen ganz besonderen Twist: Golfer wie Jack Nicklaus trugen Sweater und Hosen in knalligen Farben. Insbesondere die steigende Popularität des Fernsehens trug dazu bei, dass ab den 80er Jahren Designer-Kleidung und Markennamen in den Vordergrund der Golfmode rückten.

Designer übernahmen das Zepter

Levi’s, Tommy Hilfiger und weitere Designer entdeckten den Golfsport für sich und platzierten ihre Logos an jeder freien Stelle auf der Kleidung der Golfer. Doch genau dadurch wurde die Mode immer ansehnlicher und gleichzeitig funktionaler. Heute liegt der Fokus bei der Golfmode auf Funktionalität.

Noch immer sind Polohemden auf den Golfplätzen gang und gäbe und tragen sich wie eine zweite Haut. Bei den Farben sind keine Grenzen gesetzt. Schuhe in Sneakerform sind genauso gerne gesehen wie traditionelle Budapester. Hauptsache ist: Die Kleidung hält die Sportler beim Abschlag nicht zurück und ist weder zu kalt noch zu warm.

Foto: Getty

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