Klimabilanz im Golfsport – taz-Kolumnist entkräftet Vorurteile

Klimabilanz im Golfsport –  taz-Kolumnist entkräftet Vorurteile

Golf ist längst nicht so umweltschädlich, wie es einige Kritiker lange behauptet haben. In seiner taz-Kolumne „Eingelocht“ beschäftigt sich Bernd Müllender jetzt mit Vorurteilen denen der Sport ausgesetzt ist. Der Autor skizziert die Entwicklung, zieht Vergleiche zu anderen Sportarten und stuft die Klimabilanz im Golfsport insgesamt als gut ein. In Zeiten von Fridays for Future sieht Müllender im Golfsport eine Vorbildfunktion gegenüber „den durchgifteten Monokultur-Agrarflächen drum herum“.

Noch vor einigen Jahren wurde Golfanlagen Umweltvernichtung auf ganzer Linie vorgeworfen. Der Golfsport war unter großen Teilen der Umweltschützer verhasst. Ganze Landschaften seien für den Spielspaß zerstört worden. Auch die vielen Reisen von Golfern wurden kritisiert. Müllender räumt durchaus ein, dass es abschreckende Beispiele gibt. In Südostasien etwa, wo ganze Naturflächen für den Bau von Golfanlagen beschädigt werden.

Golf als Vorbild für andere Sportarten

Es gibt aber auch durchaus positive Aspekte hinsichtlich der Umweltverträglichkeit von Golfplätzen. Um eine Baugenehmigung für eine Golfanlage zu bekommen, müssen bereits vorhandene Wanderwege erhalten bleiben. Somit zieht kein Nichtgolfer einen Nachteil aus dem Bau und kann beim Spaziergang noch das ein oder andere Golfspiel bestaunen. Wälder, Seen, und Wiesen erstrecken sich rund um die Spielbahn. Sogar Biotope mit Betretungsverbot findet man auf den Golfplätzen. Amphibien, Insekten und Vogelarten können hier gedeihen.

Wälder und Büsche bleiben auf Golfanlagen erhalten (Fotos: Diamond Country Club)

Im Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball sehe die Klimabilanz des Golfsports sogar noch besser aus. Vor allem der Betrieb großer Stadien der Profivereine ist alles andere als umweltfreundlich. Anreise der Fans aus jeglichen Regionen, riesige Parkplatzflächen aus Beton, weitflächig zerpflügte Areale und versiegelte Böden – dagegen seien angelegte Golfplätze geradezu umweltfreundlich.

„In deutschen Vorgärten wird weit mehr gegiftet“

Auf den Golfgrüns wird noch immer mit Kunstdünger gearbeitet. Doch diese Teile einer Golfanlage machen nur etwa ein Prozent der Gesamtfläche aus. Außerdem nimmt die Bekämpfung von Schimmel und Moos mithilfe natürlicher Maßnahmen zu.

Im Gegensatz zur Unkrautbekämpfung in deutschen Gärten. Dort wäre so mancher Hobbygärtner wohl froh, wenn zwischen seinen frisch geschnittenen Rasenkanten kein unerwünschtes Unkraut mehr zum Vorschein käme. Entsprechend wird mit Chemie nachgeholfen. Im Golfsport gehe der Trend jedoch sogar weg vom vermeintlich makellosen Rasen und hin zum umweltfreundlichen Boden.

Es gibt bereits Konzepte, die die Ökobilanz des Golfsports noch weiter verbessern. Dabei wird unter anderem auf Pestizide verzichtet und Naturflächen bleiben unberührt. Eine Golfanlage auf La Gomera nutzt Meerwasser mit einer eigenen Aufbereitungsanlage. Somit entsteht keine zusätzliche Wasserverknappung. Im besten Fall können Golfplätze zur Renaturierung beitragen.

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