Zuschauer dürfen beim Steine wegräumen helfen, ein Kaktus ist kein Hemmnis und auch wenn ein Vogel den Ball klaut, bleibt das straflos. Es gibt eine lange Liste an Regeln im Golfsport. Da man sich immer wieder auf ungewöhnliche Situationen auf dem Fairway einstellen muss, muten auch einige Regeln doch sehr kurios an.

1744 sind die ersten anerkannten Golfregeln erschienen. Der Royal and Ancient Golfclub of St. Andrews sowie die United States Golf Association sind für die Anpassungen, Änderungen und auch Erweiterungen zuständig. Immer wieder müssen die Regeln an aktuelle Begebenheiten und noch nie dagewese Situationen angepasst werden:

Umgang mit Bombeneinschlägen

Golfspielen an der Ostküste der USA bedeutete während des ersten Weltkrieges ein hohes Sicherheitsrisiko. Daher verfasste der Richmond Golf Club in Virginia eine Regel, die den Umgang mit Bombeneinschlägen bestimmte. Wurde ein Spieler beim Schlag durch die Explosion einer Bombe beeinflusst, bekam er einen Strafschlag, durfte aber von der gleichen Position aus weiterspielen.

In England wurden die Spieler zu Zeiten des Krieges aufgefordert, Bombensplitter einzusammeln, damit die Mähmaschine nicht beschädigt wird. Im Falle einer Bombardierung war es in Deutschland erlaubt, in Deckung zu gehen, ohne dafür eine Strafe zu bekommen.

Krokodile und Nilpferde auf dem Fairway

Auch die Regularien von Plätzen sind umfangreich und nicht selten skurril. Im Nyaza Golfclub in Uganda stellt man sich immer wieder auf den Besuch wilder Tiere ein. Daher gilt die Regel: Wenn der Ball in der Nähe eines Krokodils oder Nilpferdes liegen bleibt, kann ein anderer Ball in gleicher aber sicherer Entfernung zum Loch ohne Strafe gespielt werden.

Im bekannten Augusta National Golfclub in Georgia in den USA wird Mitgliedern nahegelegt, ihre Gäste nicht alleine auf der Golfanlage zu lassen, sondern sie immer zu begleiten. Außerdem sind sie für deren Verhalten verantwortlich.

Ballklau durch Vögel

Es soll im ein oder anderen Golfclub auch schon klauende Vögel gegeben haben, weshalb es auch für diesen Fall eine Regel gibt. Stibitzt ein Vogel einen Ball, muss ein neuer Ball zurückgelegt werden. Ist die Stelle unbekannt, ist Schätzen angesagt.

Ein Krokodil auf dem Golfplatz
Foto: dean – stock.adobe.com

Ball in Baum und Kaktus

Auch ein Ball im Baum ist auf Golfplätzen dieser Welt wohl schon häufiger vorgekommen. Regel 28 besagt für diesen Fall, dass der Ball für unspielbar erklärt wird und innerhalb von zwei Schlägerlängen neben dem Baum fallengelassen werden muss. Manche Spieler lassen es auch auf einen Versuch ankommen und steigen in die Baumkrone, um den Strafschlag zu verhindern.

Kaum zu glauben, aber wahr: Auch im Kaktus kann ein Golfball steckenbleiben. In diesem Fall greift Regel 28 – den Strafschlag zu umgehen wird in diesem Fall aber schwierig.

Handtuch wird zum Strafdelikt

Sich die Hose nicht schmutzig machen zu wollen, wurde Craig Stadler zum Verhängnis. Da ein Handtuch, das er als Unterlage nutzen wollte, ein künstliches Hilfsmittel ist, verstieß der US-Amerikaner gegen eine Regel und kassierte zwei Strafschläge.

Strömung befördert Golfball zurück ins Spiel

Eine besonders kuriose Regel hat mit dem Wasserhindernis zu tun. Landet der Ball im Wasser und wird von der Strömung ins Aus befördert, liegt der Ball im Aus. Das gilt umgekehrt aber genauso:  Wird der Ball ins Aus geschlagen und die Strömung treibt ihn zurück aufs Spielfeld, ist der Golfball wieder im Spiel.

Titelbild: Harald Florian -stock.adobe.com

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