Eine Fusion der beiden großen Golftouren rückt näher. Schon länger gibt es Gerüchte, die besagen, dass die European Tour auf Dauer allein nicht tragfähig sei. In der vergangenen Woche kündigten European Tour und PGA nun zunächst eine strategische Partnerschaft („strategic alliance“) an.

Bei einer derartigen Ankündigung gilt es natürlich, auf die Details und die genaue Ausgestaltung zu achten, denn ein solcher Begriff kann alles und nichts bedeuten. Im Falle der zwei großen Golftouren umfasst die Zusammenarbeit zunächst eine Minderheitsbeteiligung der PGA an der Medienfirma European Tour Productions (ETP) sowie ein Vorstandssitz ohne Stimmrecht für PGA-Commissioner Jay Monahan. Bei der ETP ersetzt die PGA die 2017 ausgestiegene IMG.

Ob es damit jedoch getan ist, bleibt abzuwarten. Golfpost.de hält die genannten Maßnahmen für „homöopathische Einstiegsdosen, die sich alsbald intensivieren dürften.“ Immer wieder wurde in der Vergangenheit die Vermutung geäußert, die European Tour sei finanziell angeschlagen und müsse um das langfristige Überleben kämpfen. In diesem Jahr sind nun auch noch aufgrund der Corona-Pandemie die fest einkalkulierten Einnahmen im Zuge des Ryder Cups in Whistling Straits sowie durch den Kontinentalwettbewerb in Rom weggefallen.

Touren arbeiten schon seit Jahren eng zusammen

Völlig unrealistisch erscheint es nicht, dass die „strategische Zusammenarbeit“ ein erster Schritt in Richtung einer globalen Tour ist. Immerhin stellt die PGA das Gros der Topstars und der Bahnen.

„Diese Partnerschaft ist ein historischer Moment für den Golfsport und eine großartige Möglichkeit sowohl für die European Tour als auch für die PGA TOUR. Wir erarbeiten Kooperationsmöglichkeiten um das Bestmögliche für den Spitzen-Golfsport im Herrenbereich zu erreichen“, erklärte European Tour Geschäftsführer Keith Pelley.

Mit der Bekanntmachung sei die enge Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren nun lediglich schwarz auf weiß festgehalten. Dem schloss sich Kollege Jay Monahan an: „Wir freuen uns, die Partnerschaft mit der European Tour weiterhin zu festigen. Wir werden weiterhin für die Interessen der Golffans auf der ganzen Welt zusammenarbeiten“.

(Foto: Getty Images)

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