Am vergangenen Wochenende wurde für den 50-jährigen Alex Cejka ein Traum wahr: Er konnte ein Major auf der PGA Tour Champions gewinnen und hat seinen Platz in der höchsten Golf-Klasse sicher. Danach sah es nicht immer aus.

Wer in der US-amerikanischen Top-Klasse golfen will, muss herausstechen und mit guten Leistungen überzeugen. Alex Cejka gelang dies 2002, doch die Spielberechtigung war alles andere als eine Konstante in seiner steinigen Karriere.

Als Jugendlicher floh der Golfer vor dem kommunistischen Regime der Tschechoslowakei und erhielt wenig später die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 1989 spielt der gebürtige Tscheche als Profi auf internationalem Boden und schaffte 1995 den Durchbruch auf der European Tour, indem er sich nicht einen, sondern gleich drei Titel sicherte: die Turespana Masters Open de Andalucia, die Hohe Brücke Austrian Open und das Volvo Masters, das bis heute als einer seiner größten Erfolge gesehen werden kann.

Nach dem Sieg bei der Trophée Lancôme zog es den Deutschen in die USA und er holte sich die Spielberechtigung für die PGA Tour, die er für die nächsten zwei Jahre behalten sollte. Danach musste er zunächst für zwei Jahre an Turnieren der Qualifying School teilnehmen, um in die Felder der erstklassigen Veranstaltungen zu rücken.

„Chubby“ im Schatten von Langer und Kaymer

Durch diverse Top-Ten-Platzierungen sicherte sich Cejka, der auf der Tour „Chubby“ genannt wird, über die Jahre immer wieder die Tour-Karte. Bei der Players Championship 2009 sah es dann plötzlich so aus, als würde der Deutsche seinen ersten PGA-Titel einfahren. Mit fünf Schlägen Vorsprung auf Golf-Legende Tiger Woods ging Cejka in den Finaltag, am Ende wurde es dann jedoch nur der neunte Platz.

2011 musste sich der Golfer seinen gesundheitlichen Problemen geschlagen geben und er verlor seine Tourkarte. Cejka leidet unter einer Grasallergie, die ihm zu dieser Zeit besonders starke Symptome bereitete – für einen derart leidenschaftlichen Golfer ein harter Schlag. Bis 2014 konnte er sich nicht wieder zurück in die erste Klasse spielen. Erst beim Saisonauftakt der Web.com Tour in Bogota gelang ihm der Titelgewinn und damit die Rückkehr auf die PGA Tour.

Ein Jahr später war es dann endlich soweit und der Fleiß des Deutschen zahlte sich aus: Ein Birdie im Stechen verhalf ihm zum Sieg bei der Puerto Rico Open und eine Siegesflaute von 286 PGA-Tour-Turnieren fand ein Ende. Die Spielberechtigung für die kommenden zwei Jahre hatte „Chubby“ sicher und dank des Sieges konnte er sich 2016 für die Olympischen Spiele qualifizieren.

Dennoch blieb Cejka während seiner gesamten Karriere im Schatten der deutschen Golf-Stars Bernhard Langer und Martin Kaymer, die neben zahlreichen Top-Ten-Platzierungen auch Major-Turniere gewinnen konnten.

Größter Erfolg mit 50 Jahren

Am vergangenen Wochenende sorgte Cejka dann allerdings für jede Menge Schlagzeilen, als er sich die Trophäe der Regions Tradition – einem Major der PGA Tour Champions – sicherte. Damit wurde ein Traum wahr für den Deutschen, der so lange auf den großen Durchbruch wartete.

In den kommenden fünf Jahren muss Cejka sich weder Gedanken um Qualifikationsturniere noch um die Startberechtigung der US-amerikanischen Senioren-Tour machen, denn diese ist ihm nach seinem Erfolg erst einmal sicher.

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