Golfplatz mit Aussicht: Der GC Schmallenberg

Das Clubhaus eines Golfclubs

Mit dem Motto „Vergessen Sie den Alltag“ wirbt der Golfclub Schmallenberg für unbeschwerte Stunden auf seiner Anlage. Darin scheint Wahrheit zu liegen, so erhält der Club auf Google 4,5 von 5 möglichen Sternen. Wir haben uns einmal auf den Weg ins Sauerland gemacht, um zu sehen, worauf sich diese positiven Bewertungen stützen.

Ein Ort im Wandel der Zeit

Der Ort Schmallenberg im Hochsauerlandkreis liegt ungefähr 25 Kilometer westlich von Winterberg. Die heute circa 25.000 Einwohner zählende Stadt war im Mittelalter ein Zentrum der Textilindustrie und Mitglied der Hanse. Heute leben die Menschen u.a. von der Holzwirtschaft. Auch eine bekannte Strumpfmarke hat hier einen Produktionssitz. Dennoch ist der Ort mit seinen kleinen Geschäften, Cafés, Restaurants und Hotels ganz auf auswärtige Gäste eingestellt. Der Tourismus macht inzwischen einen Großteil der wirtschaftlichen Erträge aus.

Initiative für den Golfclub durch lokalen Hotelier

Zu den örtlichen Hoteliers gehört die Familie Deimann. Sie blickt auf eine über 100jährige Tradition zurück. Theo Deimann, Senior der Familie, hatte Mitte der 70er Jahre die Idee, auf seinen landwirtschaftlichen Flächen einen Golfplatz zu errichten. Für die Umsetzung nutzte Deimann seine Kontakte zur lokalen Wirtschaft und initiierte 1984 die Gründung des Golfclubs Schmallenberg e.V. Mit Unterstützung privater und kommunaler Geldgeber wurden die ersten 9 Löcher (Westkurs) fertiggestellt und die Anlage 1989 in Betrieb genommen. In mehreren Abschnitten erweiterte man die Bahnen um einen Ostkurs (1995) und einen Nordkurs (2013). Zudem komplettiert ein 6 Loch-Kurzplatz für Golfanfänger:innen das Angebot.

Ein Green auf einem Golfplatz, im Hintergrund eine Stadt

Clubmanager Marvin Buschmann empfängt uns an der Anmeldung im Pro Shop. Reserviert haben wir 18 Löcher aus einer Kombination von Ost- und Nordkurs. „Die landschaftlich attraktivsten Bahnen“, wie Buschmann versichert. Mit dem Golf-Cart geht es für uns „Flachland-Golfer“ auf das anspruchsvolle Terrain. Dass sich dieser Luxus auszahlen wird, werden wir bald merken.

Der Ostkurs

Wir beginnen den Ostkurs, einige hundert Meter vom Clubhaus entfernt, mit einer zunächst geraden, aber kuppigen Bahn 1. Bereits hier bekommen wir einen Eindruck von der herausfordernden Topographie: Das Grün liegt über dem Fairway exponiert und wird durch mehrere Eichen geschützt. Hier heißt es, eine Lücke zu finden. Die zweite Bahn ist nahezu charakteristisch für diesen Kurs.

Auf fast jeder anderen Anlage würde man hier bereits vom „Signature Hole“ sprechen. Der Abschlag in die Tiefe, vor oder über ein Biotop mit anschließend wieder ansteigendem Grün ist spektakulär. Doch im GC Schmallenberg werden wir noch einige solch interessanten Löcher vorfinden. Ein ähnliches Setting erwartet uns auf der 5. Hier allerdings ist die (Flug)Bahn deutlich kürzer und hinter dem Grün droht der Abgrund.

Vorne eine Blühwiese, hinten ein Golfplatz

Auf der 7 sehen wir uns einem Dogleg gegenüber, das rechts von einer Gruppe Fichten begleitet wird. Idealerweise spielt man den Abschlag in den Knick, um mit dem zweiten Schlag das Grün zu attackieren. Aber wer spielt schon ideal? Wir brauchen zwei Schläge mehr bevor wir auf dem Kurzgemähten liegen. Dann geht es schon wieder in Richtung Clubhaus. Haben wir bisher immer ins Tal gespielt, so ändert sich nun die Topographie. An der 8, einem Par 3, müssen wir aus der Senke blind aufs weiter oben gelegene Grün spielen. Anspruchsvoll und tricky wenn man noch keine Platzkenntnisse hat und die Ausdehnung des Zielgebietes nicht kennt.

Der Nordkurs

Zurück beim Clubhaus bleibt Zeit für eine kleine Erfrischung in der Clubgastronomie bevor es auf die „Back Nine“ geht. Vom Abschlag aus fällt das Gelände steil in ein Tal ab. Der Cartweg schlängelt sich serpentinenartig den Hang hinunter. Der Blick auf das tief unten liegende schmale Fairway ist sensationell. Wir sind uns sicher, das muss das „Signature Hole“ des Kurses sein. Vom technischen Anspruch her ist es das auch, in puncto Ausblick wird es aber noch besser.

Nach dem Abstieg und dem Verlust zweier Bälle spielen wir die nächste Par 3 Bahn entspannt weiter. Wir befinden uns nun in einer Senke, wie sie in Mittelgebirgen typisch ist. Links und rechts ansteigende, bewaldete Hänge sowie ein Bach mit klarem Wasser. Auf der vierten Bahn muss diese Senke vom Abschlag aus überwunden werden.

Ein Golfplatz mit viel Gefälle

Wir haben weites, ansteigendes Gelände vor uns. Unweigerlich kommen uns Bilder sauerländischer Abfahrtspisten in den Sinn. Hier könnte man, bei entsprechenden Schneeverhältnissen, sicherlich auch schön ins Tal „wedeln“. Das Grün, das wir nach dem Überwinden von 34 Höhenmetern zu Gesicht bekommen, ist durch drei große Bunker geschützt. Ein echtes risk-reward Loch. Auch hier gilt, wie bei den anderen Schlägen mit Höhenunterschieden: Schläger anpassen. Bergab eher einen Schläger weniger, bergauf umgekehrt.

Gedanken an sauerländische Abfahrtspisten

Auf den Bahnen 5 und 6 sind wir am höchsten Punkt der Anlage angekommen. Der Abschlag an der 6 bietet einen wundervollen Weitblick auf die umliegende Hügelkette, den Ort Schmallenberg und den Rothaarsteig. Nachdem wir das tieferliegende Plateaugrün mit einem Pärchen verlassen haben, begeben wir uns auf den letzten Abschnitt. Nach dem kurzen Par 5 klettern wir erneut einige Meter zum Abschlag der achten Bahn. Überflüssig zu erwähnen, dass wir es auch hier wieder mit einer erhöhten Teebox und einem im Tal liegenden Grün zu tun haben. Hier haben die Platzdesigner vor dem Grün ein Biotop mit Teich angelegt, das leicht zum Bällegrab werden kann.

Ein Green auf einem Golfplatz

Bei einer Länge von knapp 300 Meter werden die meisten Golfer:innen vorlegen, um mit dem zweiten Schlag das Nass zu überwinden. Gut zu wissen: Unmittelbar vor dem Hindernis gibt es eine Dropzone, von der aus sich das Kurzgemähte komfortabel erreichen lässt. Auf der letzten, ebenen Bahn erreichen wir das Clubhaus, voll mit tollen Eindrücken vom Platzdesign und den Ausblicken ins Hochsauerland.

Umfangreiches Freizeitangebot                         

Abrunden ließe sich der Golftag mit dem „Golf unlimited“ Tagesgreenfee von 75 Euro mit den neun Löchern des flachen Westkurses. Auch die sechs Bahnen des Par 3 Kurzplatzes sind im Preis inbegriffen. Beides sparen wir uns für unseren nächsten Besuch auf. In der Clubgastronomie, ebenfalls von Deimann geführt, stärken wir uns mit hausgemachtem Kuchen und Kaltgetränken. Marvin Buschmann berichtet, dass der Golfclub aktuell circa 660 Mitglieder aufweist. Etwa 7.000 Greenfees kommen pro Jahr hinzu.

Die Gäste kommen auch im Winter, wenn der Club bei Schneefreiheit, im Gegensatz zu anderen Anlagen, die Sommergrüns geöffnet hat. „Manche Gäste fahren an einem Tag in Winterberg Ski und spielen am nächsten Tag bei uns Golf. Dadurch dass Winterberg etwa 100 Höhenmeter höher liegt ist das möglich.“ Um auswärtige Golfer:innen auf die Anlage einzuladen ist der Club Partnerschaften mit umliegenden Hotels eingegangen. So auch mit dem Hotel Störmann, im Herzen Schmallenbergs. Die Unterkunft ist ein Schwesterhotel des fünf Sterne Romantik & Wellnesshotels Deimann, das nur 500 Meter vom Golfplatz entfernt liegt.

Im Störmann, einer ehemaligen Poststation aus dem Jahr 1769, vereint sich Tradition und Moderne. In dem historischen Gebäude findet sich das gemütliche Restaurant „Bauernstube“ sowie die „Poststube“ mit Bar und der Rezeption. Die Zimmer sind komfortabel und geschmackvoll eingerichtet. Zur Entspannung finden Gäste einen Spa-Bereich mit Schwimmbad, Finnischer Sauna und Solarium. Greenfee-Ermäßigungen für den GC Schmallenberg sind inklusive. Alles in allem ein komplettes Paket um „den Alltag zu vergessen“.    

Fotos: Frank Biller

Weitere Texte von Frank Biller lest ihr auch auf seinem persönlichen Blog http://www.derfreizeitgolfer.de/ 

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