Vor einem Monat kündigte Mike Whan das Ende seiner Karriere bei der LPGA Tour an. Ab dem kommenden Sommer wird er bereits in einer neuen Führungsposition zu sehen sein. Er verschwendet keine Zeit und übernimmt Mike Davis‘ Amt des CEO der United States Golf Association.

Elf Jahre war Whan bei der Tour der Profigolferinnen tätig, die längste Amtszeit eines Commissioners in der Geschichte der Organisation. Der Abschied fiel dem 56-Jährigen nicht leicht und doch war es in seinen Augen die richtige Entscheidung. „Eine der schwersten Aufgaben einer Führungskraft ist, zu wissen, wann man aufhören soll“, so Whan im Januar nach der Bekanntgabe seines Rücktritts. Damals war noch nicht bekannt, wohin seine Reise gehen wird.

Umso erfreulicher ist es, dass Whan der Golfwelt erhalten bleibt und ab Sommer 2021 in einer der wichtigsten Organisationen mitmischen wird. Bereits mit der LPGA Tour konnte der US-Amerikaner zahlreiche Erfolge feiern und hofft, daran mit den Verantwortlichen der USGA anzuknüpfen.

Führungswechsel: Whan half der LPGA Tour auf die Beine

Was in ihm steckt, konnte Whan während seiner Amtszeit als Commissioner der LPGA Tour unter Beweis stellen. Nachdem die ehemalige Verantwortliche Carolyn Bivens nach einer miserablen Führung durch einen Spielerinnenaufstand vertrieben wurde, trat er 2009 in ihre Fußstapfen. Zu dem Zeitpunkt standen 24 Turniere im offiziellen Kalender der Damen und damit die geringste Anzahl seit rund 40 Jahren.

Whan stand also vor keiner leichten Aufgabe und überzeugte dennoch auf ganzer Linie. Im Vergleich zu 2009 platzt der Kalender der Profigolferinnen in diesem Jahr schon fast. 34 Veranstaltungen und eine Preisgeld-Steigerung von knapp 30 Millionen US-Dollar stehen zu Buche. Und auch der Corona-Pandemie hatte der Commissioner einiges entgegenzusetzen und so kehren in diesem Jahr alle Sponsoren auf die Tour zurück.

Gesteigertes Interesse am Damengolf

Außerdem steigt das Interesse am Damengolf immer deutlicher und besonders die Nachwuchsarbeit liegt Whan am Herzen. Das LPGA-USGA Girls Golf Programm verzeichnet mittlerweile 90.000, was zu den vergleichsweise 5.000 zu Beginn seiner Arbeit ein erheblicher Fortschritt ist. Neben den steigenden Mitgliederzahlen und der erhöhten Zahl an Events kann der US-Amerikaner auch die Fernsehaustragungen auf seine Erfolgsliste schreiben. Denn von 125 Stunden pro Saison ist die LPGA Tour nun mit 500 Stunden in 170 verschiedenen Ländern zu sehen.

„Ich darf das nicht vermasseln, das Spiel bedeutet mir zu viel“, erinnert sich Whan an seine Worte zu seinem Vater kurz vor seinem Amtsantritt bei der LPGA Tour. Heute, elf Jahre später, kann er mit Überzeugung sagen, dass er es nicht vermasselt hat. Die Tour wird also zukünftig auf eine wichtige Führungskraft verzichten. Da tröstet nur, dass er noch immer stark am Golfgeschehen beteiligt ist und sich weiterhin für das Wachstum der Sportart einsetzen kann.

Foto: AFP

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