Tiger Woods ist einer der besten Golfer aller Zeiten. Seine zahlreichen Verletzungen, Operationen und zuletzt der Autounfall lassen nun allerdings Stimmen lautwerden, die das Karriereende der Golf-Legende vermuten.

Karriere-Aus oder Comeback? Seit dem Autounfall am vergangenen Dienstag wird Tiger Woods‘ Karriere in der Golfwelt heiß diskutiert. Einige halten es für unangebracht, sich nach dem Vorfall – während Woods sich im Krankenhaus von den Verletzungen und dem Schock erholt – Gedanken über ein nahes Karriereende oder ein Comeback zu machen. Man solle nun zunächst an den Menschen Tiger Woods denken und nicht an den Golfer, heißt es da oftmals.

Doch ist er nun mal eine Ikone in der Golf-und Sportwelt und so liegt es auf der Hand, dass seine sportlichen Zukunftschancen unter die Lupe genommen werden. Golffans fühlen mit dem Spieler mit und sind selbstverständlich gespannt und neugierig, ob sie ihm weiterhin vom Rande der Plätze zujubeln können. Mitstreitern und langjährigen Golffreunden stellt sich die Frage, ob sie je wieder gegen ihn antreten können. Die Golfwelt bangt um die Rückkehr eines Athleten, der bereits große Fußspuren hinterlassen hat.

Spekulationen über Masters-Teilnahme beiseitegeschoben

Eins dürfte zumindest jetzt schon allen klar sein: Das Masters Tournament wird aller Voraussicht nach ohne Woods stattfinden. Vor dem Unfall spekulierten Medien über sein Comeback im Augusta National Golf Club, nachdem er sich am Ende des vergangenen Jahres seiner fünften Rückenoperation unterzogen hatte und noch tief in der Regeneration steckte.

Nun lässt sich wohl eher darüber streiten, ob Augusta den 45-Jährigen im nächsten Jahr wieder auf der Anlage begrüßen darf. 2019 feierte Woods dort seinen letzten Major-Titel und half Dustin Johnson im vergangenen Jahr ins grüne Jackett. Die ZOZO Championship im Oktober 2019 war der letzte Sieg seiner bisherigen Karriere. Seitdem konnte der PGA-Profi nicht mehr an seine Glanzleistungen anknüpfen. 2020 erlebte er eine Flaute und rutschte auf der Golf-Weltrangliste, die er während seiner Karriere insgesamt 653 Wochen anführte, auf den 50. Rang.

Das Pandemie-Jahr, welches die ganze Welt in Atem hielt, verlief für Woods zumindest sportlich auch wenig erfreulich. Rückenprobleme und eine fünfmonatige Pause ließen den Golfer immer weiter zurückfallen.

Ist es an der Zeit, die Golf-Bühne zu verlassen?

Vielleicht ist es an der Zeit, den Golfschläger zumindest für die Profi-Karriere an den Nagel zu hängen, heißt es in einigen Medien. Die Golfweek stellt die Frage in den Raum, ob es in seinem Alter nicht klüger sei, „das, was er hat, in seine Kinder zu investieren, und nicht erneut die strengen Anforderungen des Elite-Golfs zu verfolgen“. Laut des Sportmediziners Dr. Wilhelm Bloch würde die Genesung eine ganze Zeit dauern und mit dem Golf-Star sei wohl kaum vor dem nächsten Jahr auf der Profi-Tour zu rechnen. Bloch schließe ein Comeback zwar nicht vollkommen aus. Man müsse allerdings sehen, welches Leistungsniveau nach all den Verletzungen noch erreicht werde könne.

Dass Woods als 45-Jähriger einen Autounfall mit offenen Frakturen am rechten Bein nicht so leicht wegsteckt, wie seine vielfachen Operationen an Rücken und Knien als Jungspund, dürfte jedem klar sein. Ob er nach einem solchen Vorfall seine Prioritäten im Leben vielleicht anders setzt, wird sich zeigen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Mit 41 European Tour-Siegen, 82 PGA-Tour-Trophäen, 15 Major-Titeln und seinem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung hat Woods die Golfwelt jetzt schon geprägt wie kein zweiter. 

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