The American Express: Aller guten Dinge sind drei

Ein kalifornischer Golfplatz mit voll besetzten Tribünen

Nach den beiden Hawaii-Events zum Saisonauftakt geht es auf der PGA Tour mit dem California Swing weiter. In der Wüste des Coachella Valleys warten gleich drei Golfplätze auf ein hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld.

Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal in dieser Saison ist der folgende Einleitungssatz nötig: Beim kommenden Turnier wird Jon Rahm seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Zwischen Januar und April 2023 hatte er viermal auf der PGA Tour gewonnen – unter anderem auch bei The American Express. Doch im Dezember wurde der Weltranglistendritte aufgrund seines LIV-Wechsels suspendiert und ist folglich bei den regulären Events nicht mehr spielberechtigt.

Vier Top-Ten-Golfer auf dem Leaderboard

Auch ohne ihn tummelt sich allerdings viel Qualität im Coachella Valley. Angeführt wird das Feld vom Weltranglistenersten Scottie Scheffler, der als Topfavorit ins Rennen geht. Mit Patrick Cantlay (5.), Xander Schauffele (6.) und Wyndham Clark (10.) sind drei weitere Vertreter aus den Top Ten dabei.

Die Aussagekraft des FedExCup-Rankings ist nach zwei Events noch begrenzt, doch einige Spieler haben bereits ihre starke Frühform unter Beweis gestellt. Das gilt natürlich vor allem für Chris Kirk und Grayson Murray, die bisherigen Champions der jungen Saison. Beide gehen nun auch bei The American Express an den Start.

Der Golfspieler Jon Rahm hält einen Golfschläger hoch
Jon Rahm wird seinen Titel in diesem Jahr nicht verteidigen.

Während es für einige Spieler also bereits das dritte Event des Jahres ist, starten andere erst jetzt in die neue Spielzeit. Der prominenteste Name ist Justin Thomas, der nach enttäuschenden Monaten wieder neu angreifen will. Auch Daniel Berger feiert sein Comeback auf der PGA Tour – allerdings nach einer deutlich längeren Pause. Wegen einer Rückenverletzung hat der 30-Jährige seit der U.S. Open 2022 kein Turnier mehr bestritten. Damals belegte er den 25. Platz in der Weltrangliste, mittlerweile ist er auf den 664. abgerutscht.

Aus Deutschland nehmen zwei Profis teil, die in unterschiedlicher Stimmung aus Hawaii anreisen. Stephan Jaeger hat bei der Sony Open direkt seine erste Top-20-Platzierung der Saison eingefahren und hofft darauf, erneut vorne mitspielen zu können. Matti Schmid verpasste dagegen in Honolulu den Cut und wartet deshalb noch auf das erste Preisgeld des Jahres. Bei The American Express werden insgesamt 8,4 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Der Sieger erhält davon rund anderthalb Millionen und außerdem 500 FedExCup-Punkte.

Traditionsturnier mit einem legendären Rekordsieger

Schon seit 1960 gibt es das Turnier, aber erst seit 2020 trägt es seinen aktuellen Namen. Zuvor war es unter anderem als Desert Classic, CareerBuilder Challenge, Humana Challenge und Bob Hope Classic bekannt. Rekordsieger mit großem Abstand ist Arnold Palmer, der das Event fünfmal gewonnen hat.

Si Woo Kim schaut seinem abgeschlagenen Ball hinterher
Si Woo Kim gewann das Turnier 2021.

Bei der diesjährigen Ausgabe geht eine Vielzahl ehemaliger Champions an den Start. Bill Haas konnte das Turnier in den Jahren 2010 und 2015 sogar zweimal gewinnen. In den Jahren 2011 und 2016 wurde er von Jhonattan Vegas respektive Jason Dufner abgelöst, die beide diesmal ebenfalls dabei sind. Der Sieg von Charley Hoffman im Jahr 2007 ist noch etwas länger her. Die Erinnerungen von Adam Long (2019), Andrew Landry (2020) und Si Woo Kim (2021) dürften dagegen noch recht frisch sein.

Niedrige Scores trotz eines schweren Platzes

Austragungsort ist La Quinta im Süden Kaliforniens. Gespielt wird dort auf drei verschiedenen Plätzen. Einen Cut gibt es deshalb erst nach 54 Löchern. Zunächst absolvieren alle Teilnehmer je eine Runde auf dem Pete Dye Stadium Course und dem Nicklaus Tournament Course, die beide zum Angebot von PGA West gehören, sowie im La Quinta Country Club. Dabei handelt es sich um drei Par-72-Plätze, die zwischen 7.060 Yards (6.456 Meter) und 7.187 Yards (6.572 Meter) lang sind.

Das Finale am Sonntag findet dann auf dem Pete Dye Stadium Course statt. Dessen Signature Hole heißt „Alcatraz”: Auf dem Inselgrün der 17. Bahn (Par 3) gibt es kein Entkommen. Berühmt ist der Platz außerdem, weil er zwischen 1988 und 2015 aus der Rotation des Turniers flog, nachdem ihn die Profis für zu schwierig befunden hatten. Erst 2016 wurde der Bann wieder aufgehoben.

Trotzdem steht The American Express nach wie vor für niedrige Scores. Das schlechteste Siegerergebnis der letzten acht Ausgaben war −20 von Hudson Swafford im Jahr 2017. Rahm stellte vor einem Jahr mit −27 die neue Bestmarke seit der Wiedereinführung des Stadion-Kurses auf. Den offiziellen Turnierrekord hält weiterhin Joe Durant, der im Jahr 2001 mit −36 ins Ziel kam – allerdings nach fünf Runden. Seit das Event im Jahr 2012 auf vier Runden verkürzt wurde, war niemand besser als Patrick Reed, der 2014 mit −28 triumphierte.

Fotos: AFP

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